Am Yppenplatz in Ottakring wird das bestehende Waffenverbot bis zum 3. Mai 2026 verlängert. Diese Entscheidung wurde unter anderem von der Bezirksvorsteherin Stefanie Lamp (SPÖ) initiiert, die betont, dass die Sicherheit nicht allein durch Verordnungen gewährleistet werden könne. Wichtige Komponenten sind laut Lamp eine dauerhafte Präsenz im öffentlichen Raum, Dialoge mit Anrainern sowie Investitionen in soziale Projekte und die Gastronomie. Das Ziel ist es, Netzwerke zu schaffen und Konflikte frühzeitig zu erkennen, um eine Eskalation zu vermeiden. Allerdings sieht Lamp auch die notwendige Unterstützung des Bundes, insbesondere aufgrund des Personalmangels bei der Polizei, um die Sicherheitslage zu verbessern. Seit der Einführung der Waffenverbotszone im August 2025 wurden im Umkreis des Yppenplatzes bis zum 25. Jänner 2026 insgesamt 41 Waffen sichergestellt.

Die Waffenverbotszone, die täglich rund um die Uhr gilt und das Mitführen von Waffen sowie gefährlichen Gegenständen untersagt, zielt darauf ab, das Sicherheitsgefühl in der Bevölkerung, insbesondere von Minderjährigen, zu erhöhen. Es werden Ausnahmen für waffenrechtlich bewilligte Personen sowie für solche mit nachvollziehbaren beruflichen Gründen zugelassen. Personen, die als Gefahr angesehen werden, können von Sicherheitsdiensten aus der Zone verwiesen werden, um die Sicherheit weiter zu gewährleisten. Bürgermeister Michael Ludwig hebt die Wichtigkeit der Einhaltung der Wiener Hausordnung hervor und spricht sich zusätzlich für ein bundesweites Waffenverbot aus, um ein harmonisches Zusammenleben zu fördern.

Kritik an der Maßnahmen

Die FPÖ Ottakring, vertreten durch ihren Bezirksparteiobmann Michael Oberlechner, äußert jedoch scharfe Kritik an der Waffenverbotszone, die als „Alibimaßnahme“ bezeichnet wird. Oberlechner verweist darauf, dass ähnliche Regelungen an anderen Standorten keine nachhaltige Verbesserung der Sicherheitslage gebracht hätten. Zudem fordert die FPÖ eine strengere Handhabung, einschließlich konsequenter Abschiebungen als entschiedene Maßnahmen gegen Gewalt und Parallelgesellschaften. Die SPÖ wird vorgeworfen, sicherheitsrelevante Entwicklungen über Jahre verharmlost zu haben, was zu einem wachsenden Gefühl der Unsicherheit in der Bevölkerung geführt habe.

Die Bedeutung von Kontrollen in Waffenverbotszonen wird von Wiens Landespolizeipräsident Gerhard Pürstl betont. Er spricht sich für ein generelles Waffentrageverbot aus, das möglicherweise im Herbst gesetzlich verankert werden könnte. Im August vergangenen Jahres wurden in der Favoritner Waffenverbotszone mehrere Messerattacken verzeichnet, welche alle aufgeklärt wurden. Während in der gleichen Zeit ein Anstieg der Gewaltkriminalität festgestellt wurde, konnte im Zeitraum Mai bis Juli 2025 ein Rückgang der Gewaltdelikte um etwa 10 % im Vergleich zum Vorjahr dokumentiert werden.

Pürstl hebt hervor, dass Verordnungen allein nicht ausreichen und eine funktionierende Kriminalpolizei notwendig ist. Die Aufklärungsquote bei Gewaltkriminalität in Wien liegt derzeit bei 75 %. Eine besondere Herausforderung stellt der Umgang mit Mitgliedern der syrischen Community dar, die in der Vergangenheit in mehrere Vorfälle verwickelt waren. Eine Verwaltungskontrolle hat ergeben, dass insbesondere syrischen Staatsbürgern viele verbotene Gegenstände abgenommen wurden, was zusätzliche Aufmerksamkeit auf die Situation in solchen Krisengebieten lenkt.

Insgesamt zeigt die Situation am Yppenplatz, wie vielschichtig die Bemühungen um die Verbesserung der öffentlichen Sicherheit in Wien sind. Während Maßnahmen wie die Waffenverbotszone helfen können, die Lage kurzfristig zu entschärfen, bleibt die langfristige Sicherheit von einer Vielzahl an Faktoren abhängig.

Für weitere Informationen zu den Maßnahmen und deren Hintergründen können die Artikel auf exxpress, wien.gv.at und W24 eingesehen werden.