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In Oberösterreich kehrt der Optimismus im Wohnbau zurück. Nach einem Tiefpunkt im Vorjahr stieg die Zahl der geförderten Eigenheime im Jahr 2024 deutlich an – von 759 auf 842. Dies wird als positiver Trend von Manfred Haimbuchner, dem Landeshauptmann-Stellvertreter, gesehen. Er betont jedoch, dass die Bauweise heute anders ist: „Es wird kleiner gebaut.“ Auch im mehrgeschossigen Wohnbau gab es einen leichten Rückgang, da nur 2.162 Miet- und Eigentumswohnungen übergeben wurden. Einen bedeutenden Fortschritt stellt die Nachverdichtungsverordnung dar, die es ermöglicht, ein Viertel der neuen Wohneinheiten auf bereits versiegelten Flächen zu errichten, anstatt neue Flächen zu versiegeln, wie ooe.orf.at berichtete.
Trotz der positiven Entwicklung übt Haimbuchner Kritik an den Plänen der zukünftigen Bundesregierung im Bereich Wohnen. Er sieht konkrete Maßnahmen als notwendig an und bezeichnet die aktuellen Vorschläge als „viele Überschriften und wenig Konkretes“. Ein Punkt der Kontroverse ist die angestrebte Wiedereinführung der Zweckwidmung der Wohnbeihilfe. Haimbuchner argumentiert, dass die dafür vorgesehenen Gelder aus der Wohnbauförderung in Oberösterreich eine deutliche finanzielle Belastung darstellen würden. „Wenn wir nur die zweckgewidmeten Gelder einsetzen würden, läge unser Budget um 100 Millionen Euro niedriger“, so Haimbuchner.
Marktanalyse und Kosteneffizienz
Eine aktuelle Studie des WKÖ-Fachverbands Immobilien- und Vermögenstreuhänder sowie der Firma Exploreal hebt hervor, dass Oberösterreich im Vergleich zu Wien und Niederösterreich eine der besten Adressen für bezahlbaren Wohnraum bietet. Fast 800 Projekte mit rund 23.000 Wohneinheiten wurden analysiert, und die Bauleistungen sollen in Oberösterreich für 2021 laut Untersuchung über den Ergebnissen der letzten beiden Jahre liegen. Es werden auch in den kommenden Jahren mehr als 7.000 neue Wohneinheiten erwartet, was die Region zu einem Stabilitätsanker im Wohnbau macht, wie land-oberoesterreich.gv.at berichtet.
Haimbuchner stellt fest, dass die Preise für Wohnungen in Oberösterreich unter denen in Niederösterreich liegen, während sie in Wien aufgrund der höheren Nachfrage deutlich höher sind. Diese Preisdifferenzen reflektieren die große Bedarfsdeckung, die für moderate Teuerungsraten sowohl beim Eigentumserwerb als auch bei Mieten sorgt. Oberösterreich zeigt sich somit als ein leistungsstarker Standort, wo man für sein Geld mehr Wohnraum erhält – eine Entwicklung, die sowohl der Bauindustrie als auch der Wohnbaupolitik zu verdanken ist.
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