Christian Klar, der Vize-Parteichef der ÖVP Floridsdorf, hat heute seinen Rücktritt angekündigt. Dies geschieht im Anschluss an ein Interview, das für große Aufregung gesorgt hat. Der Rücktritt wurde von der Wiener Volkspartei bestätigt und als unausweichlich angesehen. Klar hatte dem russischen Staatssender „Rossija 1“ ein Gespräch gegeben, was sowohl in der Politik als auch in den Medien für Kritik sorgte, wie oe24 berichtet.

Der Auftritt in der Franz Jonas Europaschule, in der Klar als Direktor tätig ist, fand ohne Genehmigung der Bildungsdirektion statt. In einem Interview mit dem „Falter“ gab Klar zu, dass er in den Monaten Dezember 2024 und Jänner 2026 Interviews gegeben hatte, beklagte jedoch, dass seine Aussagen falsch wiedergegeben worden seien. Sowohl die Bildungsdirektion als auch die ÖVP haben sich unzufrieden mit seinem Verhalten gezeigt.

Reaktionen aus der Politik

Klar war von 2020 bis 2025 stellvertretender Bezirksvorsteher in Floridsdorf und hat zudem zwei Bücher über die Situation an Schulen veröffentlicht, mit einem Fokus auf Deutschförderung und den Islam. Der Rücktritt könnte auch weitere politische Debatten auslösen, insbesondere in Anbetracht einer dringlichen Anfrage im Bundesrat durch FPÖ-Bundesrätin Isabella Theuermann an Bildungsminister Martin Polaschek. Theuermann kritisierte in dieser Anfrage die Bildungspolitik der ÖVP, die sie als ruinös bezeichnete. Sie wies darauf hin, dass über 50% der Kinder in Wiener Pflichtschulen zu Hause kein Deutsch sprechen, was die Lehrpläne und den Unterricht stark beeinflusse, wie ORF Wien berichtet.

Die FPÖ sieht eine verfehlte Migrations- und Integrationspolitik als Mitverursacher für die Probleme im Bildungssystem und fordert Konzepte zur Bekämpfung von Gewalt und Defiziten im Spracherwerb. Darüber hinaus wird der Anstieg von Schulsuspendierungen und Gewalt an Schulen thematisiert. Bildungsminister Polaschek betonte in seiner Antwort die bestehenden Maßnahmen zur Deutschförderung sowie zur Prävention von Extremismus an Schulen.

Bildungspolitik im Fokus

Polaschek kündigte an, dass 47 Millionen Euro für zusätzliche Lehrkräfte aufgrund der Ukrainekrise bereitgestellt wurden, und hob die Null-Toleranz-Politik gegen Gewalt und Extremismus in den Schulen hervor. Zudem sind 2,1 Millionen Euro für die Extremismusprävention eingeplant. Er widersprach Theuermanns Behauptung über steigende Schulsuspendierungen und verwies darauf, dass keine Datenerhebungen zu Geschlecht, Religion oder Nationalität bei Konflikten an Schulen gemacht werden.

In der aktuellen politischen Diskussion betonen verschiedene Parteien, darunter die SPÖ und die Grünen, die Notwendigkeit von Reformen im Bildungssystem. Die SPÖ kritisiert die bestehende Ungerechtigkeit und die Grünen sehen in der Bildung den Schlüssel zur Integration. Die NEOS fordern zudem einen Systemwandel im Bildungssystem, um gleiche Chancen für alle Kinder zu gewährleisten.