Das Jahr 2025 stand ganz im Zeichen von Johann Strauss, dessen Geburtstag sich zum 200. Mal jährte. Ein umfangreiches Kulturprogramm, das von der Stadt Wien organisiert wurde, umfasste 65 Produktionen und 3 Ausstellungen, verteilt auf 69 verschiedene Locations in der Stadt. Die Veranstaltungen reichten von klassischen Konzerten über non-classic Performances, Operetten und Theateraufführungen bis hin zu Tanz, Zirkus, Installationen, Ausstellungen, Film und Wissenschaft. Dieses breit gefächerte Angebot wurde in drei Programmsäulen unterteilt, um die Vielfalt von Strauss’ Werk zeitgemäß zu reflektieren und einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen, so Johann Strauss 2025.

Im Rahmen des Strauss-Festjahres, das von der Stadt Wien und 40 Kulturinstitutionen unterstützt wurde, waren auch rund 1.000 Künstler aktiv. Insgesamt wurden 90 von etwa 500 Werken Johann Strauss’ aufgeführt. Besondere Highlights waren das Donauinselfest mit Christian Kolonovits sowie Camo & Krooked und die interaktive Theateraufführung „Fürstin Ninetta“ des Ensembles Nesterval. Zu den klassischen Klängen trugen auch die Wiener Philharmoniker bei, die mehrere beeindruckende Konzerte gaben. Roland Geyer, der Intendant des Festjahres, erklärte, dass sich das Programm auf eine zeitgenössische Reflexion von Strauss’ Werk konzentrierte, um ein breiteres Bewusstsein für den Komponisten zu schaffen. Geyer selbst sieht Strauss als „Maulwurfshügel“ im Vergleich zu Mozart, was eine spannende Diskussion über die Bedeutung von Strauss in der Musikgeschichte anstoßen könnte, wie Kleine Zeitung festhält.

Finanzielle Erfolge und Herausforderungen

Das Festjahr erwies sich auch finanziell als Erfolg: Mit einem Gewinn von 2,5 Millionen Euro konnte die Stadt Wien eine Rückzahlung aus dem Budget in Höhe von 2,5 Millionen Euro erwarten. Das Gesamtbudget von 22 Millionen Euro wurde nicht aus dem regulären Kulturbudget, sondern aus einem Sonderbudget aufgebracht. Während des Festjahres wurden insgesamt 95 Uraufführungen realisiert, was die innovative Auseinandersetzung mit Strauss’ Werk unterstreicht.

Geyer äußerte seine Wertschätzung für die Unterstützung von Bürgermeister Michael Ludwig und Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler. Dennoch steht die Kammeroper des Theaters an der Wien vor Herausforderungen, da sie aus finanziellen Gründen pausieren muss. Geyer sieht dies als eine große Einschränkung für junge Künstler und das Programm des Hauses an. Nach dem erfolgreichen Festjahr plant Geyer, mehr Zeit mit Tennis zu verbringen und weiterhin Mathematik zu unterrichten, was seine vielfältigen Interessen widerspiegelt.

Zusammengefasst hat das Strauss-Festjahr in Wien nicht nur die Werke eines großen Komponisten in den Fokus gerückt, sondern auch eine Plattform für Künstler und Kulturinstitutionen geboten, die weit über die traditionelle Musikszene hinausgeht. Die damit verbundenen Veranstaltungen waren sowohl für die Zuschauer als auch für die Schaffenden eine wertvolle Erfahrung und eine Anerkennung der kulturellen Bedeutung von Johann Strauss in der Wiener Musikgeschichte.