Der heimische Immobilienmarkt zeigt sich zum Jahresbeginn 2026 optimistisch. Remax erwartet in diesem Jahr einen moderaten Aufschwung in allen Bereichen, einschließlich Wohnungen, Einfamilienhäusern, Zinshäusern und Büroflächen. Diese Prognose beruht auf dem Remax Real Estate Future Index (RREFIX), für den 650 Immobilienexpert:innen befragt wurden. Der Markt hat sich im Jahr 2025 deutlich belebt, was sich in einem Umsatzplus von 20,4 % und einem Transaktionswert von 2,76 Milliarden Euro widerspiegelt. Damit war 2025 das erfolgreichste Jahr in der Geschichte von Remax, mit einem Anstieg der Transaktionen um 23,2 % im Vergleich zu 2024 und 12,2 % über dem Rekordjahr 2022.
Insgesamt wurden im Jahr 2025 rund 117.000 Immobilien verbüchert, was etwa 16 Prozent mehr als im Vorjahr darstellt. Durchschnittlich fanden 44 Transaktionen pro Arbeitstag statt, was etwa alle elf Minuten einer Transaktion entspricht. Mit 2.750 erfolgreichen Kooperationsgeschäften verzeichnete Remax ebenfalls einen Anstieg von 22,6 % gegenüber dem Vorjahr. Diese dynamische Entwicklung hat jedoch auch mögliche Risiken: Der RREFIX weist auf einen gefährlichen Engpass im Neubausektor hin, da die Neubauaktivitäten hinter den Markterwartungen zurückbleiben.
Marktentwicklung und regionale Unterschiede
Für 2026 prognostiziert Remax eine Stabilisierung des Marktes mit Preissteigerungen im Rahmen der Inflationsrate. Besonders die Nachfrage und das Angebot im oberen Preissegment sollen ansteigen, während bei Mietwohnungen eine verstärkte Nachfrage am Stadtrand zu beobachten sein wird. Die Eigentumswohnungen werden in allen Lagen ähnlich nachgefragt. Einfamilienhäuser, Baugrundstücke und ausgewählte Gewerbeimmobilien profitieren von der Markterholung. Insbesondere in Tirol wird der stärkste Anstieg der Nachfrage von 6,4 % erwartet, gefolgt von Kärnten mit 4,3 % und Niederösterreich mit 4,1 %.
Die Preisprognosen für 2026 variieren je nach Region. Salzburg rechnet mit einem Anstieg von 1,5 %, und im Burgenland werden 2 % erwartet. In Niederösterreich und Wien steigen die Preise voraussichtlich um 4 % bzw. 4,2 %. Der Bedarf an Mietwohnungen wird am Stadtrand um 3,7 % zunehmen, während die zentralen Lagen nur ein Plus von 2,5 % verzeichnen. Die Nachfrage nach Einfamilienhäusern, mit einem Plus von 3,9 %, und die marktseitigen Angebotszuwächse deuten darauf hin, dass die Preisanpassungen hier mit etwa 3 % ebenfalls moderat ausfallen werden.
Langfristige Marktentwicklungen und Herausforderungen
Langfristig wird die Entwicklung in der Immobilienbranche durch die Verknappung von neuem Wohnraum geprägt sein. Remax geht davon aus, dass die Nachfrage auf ein sinkendes Angebot treffen wird, was bis 2027 oder 2028 zu signifikanten Preissteigerungen führen könnte. Managing Director Bernhard Reikersdorfer hebt hervor, dass politische Anreize zur Förderung des Neubaus dringend erforderlich sind. Er empfiehlt potenziellen Käufern, ihre finanziellen Möglichkeiten zu klären und die Konditionen sorgfältig zu vergleichen, insbesondere im Hinblick auf die vorübergehenden Gebührenbefreiungen für Grundbuch- und Pfandrechtseintragungen, die nur bis Ende Juni 2026 gültig sind.
Insgesamt zeigt die Marktentwicklung, dass die Erwartungen für 2026 optimistischer sind als 2025. Zukünftige Erfolge sind jedoch weiterhin von der Schaffung neuer Wohnungen sowie von den politischen Rahmenbedingungen abhängig. Mit den geplanten neuen Standorten in Seekirchen, Hallein, Lieboch und Oberwart setzt Remax auf weiteres Wachstum im heimischen Immobilienmarkt. Experten sehen die Jahre 2026 und beyond als entscheidend dafür an, wie sich der Markt langfristig entwickeln wird.