Das umstrittene Heumarkt-Projekt in Wien steht erneut im Fokus, nachdem das Bundesverwaltungsgericht (BVwG) entschieden hat, dass eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) für das Bauvorhaben notwendig ist. Diese Entscheidung wird von der Umweltorganisation VIRUS positiv bewertet und soll dem Schutz des historischen Stadtbildes sowie des UNESCO-Welterbes dienen. Laut oekonews.at zeigen sich die Umweltschützer unter Leitung von Wolfgang Rehm zufrieden mit dem Machtwort des Gerichts.

Zuletzt sorgte der Investor Michael Tojner, Chef der Wertinvest-Hotelbetriebs-GmbH, für Schlagzeilen. Rehm äußert die Befürchtung, dass Tojner rechtliche Schritte einleiten könnte, um die gerichtliche Entscheidung zu hinterfragen und die zuständigen Behörden noch weiter zu verzögern. Der aktuelle Bescheid hat auch Auswirkungen auf ein drittes Feststellungsverfahren des ursprünglichen Heumarkt-Projektes, das derzeit bei der Wiener Landesregierung anhängig ist.

Details zum Heumarkt-Projekt

Das Heumarkt-Projekt, das seit elf Jahren geplant wird, sieht eine Bauhöhe von 56,5 Metern für eine Wohnscheibe und 47,85 Metern für ein Hotel vor. Der Investor hat bereits alternative Varianten in Betracht gezogen, darunter ein Gebäude mit einer Höhe von 49,95 Metern, die von einer Expertin der UNESCO, Prof. Christa Reicher, positiv bewertet wurde. Diese Aspekte werden von 5min.at hervorgehoben.

Gerichtliche Überprüfungen des Projekts haben bereits in der Vergangenheit stattgefunden. Eine frühere Variante des Projektes mit 68,2 Metern Höhe wurde 2019 vom BVwG abgelehnt. Auch eine UVP-freie Projektvariante mit 56,5 Metern wurde im Jahr 2021 nicht genehmigt. Das Gericht hat in all diesen Fällen den Schutz des Welterbes über die Interessen der Investoren gestellt. Der Baustart des aktuellen Projektes bleibt aufgrund des Urteils bis auf Weiteres gestoppt.

Bedeutung der Entscheidung

Die Entscheidung des BVwG hebt den Bescheid der Wiener Landesregierung auf, die zunächst eine UVP-Pflicht abgelehnt hatte. Bei der Prüfung muß nun insbesondere die Auswirkungen auf das historische Stadtbild und den Belvederegarten sowie die Frischluftschneisen berücksichtigt werden. Die Wiener Landesregierung steht vor der Herausforderung, wie sie mit den neuen Vorgaben umgehen soll. Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) betonte im Wiener Landtag die Bedeutung des Welterbes und die Notwendigkeit, dessen Erhalt zu sichern. Die Innenstadt Wiens gilt als gefährdete Welterbestätte, was die Brisanz des Heumarkt-Projektes unterstreicht, wie oe24.at berichtet.

Insgesamt steht das Heumarkt-Projekt symbolisch für die Auseinandersetzungen zwischen urbaner Entwicklung und dem Erhalt historischer Werte. Umweltschützer und Bürger haben die Möglichkeit, sich im Rahmen der UVP aktiv in das öffentliche Verfahren einzubringen.