In Wien hat der Drogentod einer 16-Jährigen am 31. Oktober 2025 erneut auf die besorgniserregende Situation von Jugendlichen im Zusammenhang mit Drogenkonsum hingewiesen. Die Mädchen, die in einer Wohngemeinschaft der Kinder- und Jugendhilfe lebte, wurde tot in einem Hotelzimmer aufgefunden. Wie exxpress.at berichtet, wurde die Todesursache auf eine Drogenüberdosis zurückgeführt, wobei nicht ausgeschlossen wird, dass es zu sexueller Ausbeutung kam. Dieser Vorfall ist Teil eines alarmierenden Trends: Im Jahr 2025 starben in Wien insgesamt sieben Jugendliche unter 18 Jahren an Drogenkonsum.

Die Leiterin der Kinder- und Jugendpsychiatrie Salzburg, Belinda Plattner, äußerte sich besorgt über den Anstieg des Drogenkonsums unter Jugendlichen, insbesondere bei Mädchen im Alter von 14 bis 16 Jahren. Nach ihren Angaben kommen viele dieser Mädchen aus zerrütteten Familien und sind oft in Fremdbetreuung. Plattner erklärte, dass viele Mädchen am Salzburger Hauptbahnhof gezielt von jungen Arabern angesprochen und mit Drogenangeboten gelockt werden.

Die Gefahren in der Drogenwelt

Berichte deuten darauf hin, dass Mädchen in Wien brutalen Situationen ausgesetzt sind, wenn sie in Wohnungen gebracht werden, in denen Drogen angeboten und oft auch sexuelle Übergriffe verübt werden. Jugendliche fühlen sich häufig unter Druck gesetzt, in diesen gefährlichen Umgebungen zu bleiben. Anfängliche Anerkennung kann dabei schnell in sexuelle Ausbeutung umschlagen, was orf.at bestätigt.

Die Polizei in Wien bestätigt, dass derzeit keine konkreten Anzeigen von potenziellen Opfern vorliegen. Viele der betroffenen Mädchen haben Angst, Anzeige zu erstatten, da ihnen oft Ausweise abgenommen werden, die eine Rückkehr in die gewohnte Umgebung ermöglichen würden. Auch die MA 11 betont, dass Kinder und Jugendliche nicht festgehalten werden können und ihre Arbeit auf Beziehungsaufbau anstatt auf Zwang ausrichtet.

Ein besorgniserregender Anstieg

Die aktuellen Zahlen zeigen einen besorgniserregenden Anstieg des Drogenkonsums unter Jugendlichen. Im Jahr 2025 gab es insgesamt 372 Rettungseinsätze mit Verdacht auf Drogenvergiftungen, im Vergleich zu 297 im Jahr 2024. Auch die Zahl der Krankenhausaufenthalte aufgrund von Drogenkonsum stieg 2025 auf 164 Fälle, während es im Vorjahr 120 waren. Jugendliche konsumieren Drogen oft in großen Mengen und mischen sie mit Alkohol, was zu potenziell tödlichen Folgen führen kann.

Das MSD Manual weist darauf hin, dass der Gebrauch von Substanzen bei Jugendlichen von gelegentlichem Konsum bis hin zu schweren Abhängigkeiten reicht. Die Gefahren sind vielfältig: Unfälle, Schlägereien und das Risiko von sexuell übertragbaren Infektionen nehmen zu, während zugleich die psychische Gesundheit gefährdet wird. Jugendliche sind besonders empfänglich für die schwerwiegenden Auswirkungen von Drogen, und der Konsum kann langfristige Folgen für ihre Gesundheit haben.

Insgesamt zeigt die Situation in Wien, dass dringender Handlungsbedarf besteht, um Kinder und Jugendliche besser zu schützen und die Drogenproblematik in den Griff zu bekommen. Plattner hat bereits Anzeige bei der Polizei erstattet, und die Ermittlungen zu den Hintergründen von Selmas Tod sind noch nicht abgeschlossen, während weiterhin untersucht wird, ob Drogenaufnahme allein oder mit Hilfe einer anderen Person erfolgte.