In einem forensisch-therapeutischen Zentrum in Garsten, Oberösterreich, kam es zu einer blutigen Auseinandersetzung zwischen einem 19-jährigen Doppelmörder, auch bekannt als das „Messer-Phantom“, und einem lebenslang verurteilten Stückel-Mörder. Laut exxpress.at geschah die gewaltsame Eskalation während eines Zellenbesuchs, als die beiden Insassen zum Austausch von Medikamenten zusammenkamen. Der 19-Jährige, der bereits wegen zweimaligen Mordes verurteilt wurde, attackierte seinen Zellennachbarn mit 30 bis 40 Schlägen auf den Hinterkopf.

Der 38-jährige Stückel-Mörder, der vor 15 Jahren für die grausame Ermordung und Zerstückelung seiner Freundin verurteilt wurde, war also Ziel des Übergriffs. Der Vorfall ist nicht der erste seiner Art: Vor zwei Wochen verletzte der 19-Jährige einen anderen Zellengenossen, der an einem Raubmord beteiligt war, schwer. Diese Vorfälle werfen ernsthafte Fragen über die Sicherheit und die Bedingungen in forensischen Einrichtungen auf.

Hintergründe zu den Tätern

Beide Täter gelten als psychisch krank, waren jedoch zum Zeitpunkt ihrer Taten zurechnungsfähig. Der 19-Jährige hatte in Wien gezielt „einfache Opfer“ gesucht und dabei zwei Männer getötet, während eine Frau schwer verletzt überlebte. Er verbüßt eine Haftstrafe von 13 Jahren nach Jugendstrafrecht und steht möglicherweise vor einer Verlängerung seiner Strafe wegen schwerer Körperverletzung, nachdem er die Attacke über die Notsprechanlage selbst gemeldet hatte.

Unabhängig von diesem Vorfall hat die Staatsanwaltschaft Wien einen weiteren mutmaßlichen Täter von einem anderen Verbrechen ins Visier genommen. Ein 34-jähriger Mann aus Tschechien steht laut diepresse.com im Verdacht, im Juli 2023 zwei slowakische Kollegen getötet zu haben. Der Täter soll diese Gewalttaten aus Angst um das eigene Leben begangen haben, was durch ein Sachverständigengutachten bestätigt wird.

Die psychiatrische Perspektive

Die Vorfälle zeigen die Notwendigkeit einer fundierten psychiatrischen Behandlung für Täter mit psychischen Erkrankungen. Institutionen wie forensis.at bieten therapeutische Unterstützung für Personen mit gerichtlichen Weisungen. Diese auf psychotherapeutische und psychiatrische Behandlung spezialisierten Zentren sind darauf ausgelegt, gefährdeten Klienten aus dem Maßnahmenvollzug umfassende Behandlungspläne zu erstellen.

Die Tragödien, die sich in diesen forensischen Zentren zutragen, werfen nicht nur Licht auf die individuellen Schicksale der Täter, sondern stellen auch die bestehenden Sicherheitskonzepte und Behandlungsmethoden in Frage. In Anbetracht der potenziellen Wiederholungsgefahr ist es entscheidend, die Balance zwischen strafrechtlichen Maßnahmen und therapeutischen Interventionen zu finden.