Am 20. Jänner 2026 stand die Sitzung des Wiener Gemeinderats ganz im Zeichen der Diskussion über die Jugendarbeit und die Maßnahmen zur Kriminalitätsprävention bei Jugendlichen. GR Mag. Bernd Saurer von der FPÖ äußerte deutliche Kritik am Verein Wiener Jugendzentren. Saurer bezeichnete die Arbeit des Vereins als ineffektiv und wies auf die steigenden Kriminalitätsstatistiken bei Jugendlichen hin. Er stellte die Frage, ob die Personalkosten von 21 Millionen Euro sinnvoll investiert seien und schlug vor, diesen Betrag lieber für die Anstellung von Elementarpädagog*innen zu verwenden. Besonders negativ hob er die Situation eines Jugendzentrums im 9. Bezirk hervor, dessen Schließung laut ihm mit einer Zunahme an Polizeieinsätzen zusammenhänge.

Saurer kritisierte außerdem die zusätzlichen 1,4 Millionen Euro, die für Spielmaterialien wie Playstations aufgebracht werden, und stellte die Effektivität solcher Ausgaben in Frage. In dieser kontroversen Debatte trat GR Nikola Poljak von der SPÖ als Verteidiger der Wiener Jugendarbeit auf. Er erklärte, dass die Stadt Wien die Jugendzentren unterstütze und diese wichtige Einrichtungen für Kinder darstellten, die zu Hause oft wenig Unterstützung seitens ihrer Familien erhielten.

Jugendkriminalität und Präventionsansätze

Bei dieser Debatte über die Rolle von Jugendzentren in der Kriminalitätserhöhung standen auch die Bemühungen der Bundesministerien im Mittelpunkt. Das Bundesjugendministerium arbeitet an Handlungsstrategien zur Prävention von Kinder- und Jugendkriminalität und regt Fachdiskussionen an. Es wurde darauf hingewiesen, dass die Mehrheit der tatverdächtigen Kinder und Jugendlichen nur einmal polizeilich auffällig wird; jedoch begeht eine kleine Gruppe von etwa 5 bis 10 Prozent mehrere schwere Straftaten. Diese Intensivtäter sind häufig männlich und leiden unter komplexen Problemlagen, darunter soziale Benachteiligung und Gewalterfahrungen, wie bmbfsfj.de berichtet.

Geprägt von der Diskussion im Wiener Gemeinderat war auch die Präsentation der Wiener Charta für digitale Rechte von Kindern und Jugendlichen durch GR Mag. Lukas Burian (NEOS). Die Charta basiert auf der UN-Kinderrechtskonvention und zielt darauf ab, die Rechte von Kindern und Jugendlichen auch im digitalen Bereich zu schützen. Diese Initiative fand mehrheitliche Zustimmung, wobei GR Lisa Frühmesser-Götschober von der FPÖ anmerkte, dass der Fokus stärker auf die psychische Gesundheit gelegt werden sollte. GR Benjamin Schulz von der SPÖ sah in der Charta ein wichtiges Signal für die Rechte der jungen Generation.

Die Rolle der Präventionsmaßnahmen

Die Diskussion um die Präventionsmaßnahmen wird durch aktuelle Trends und Herausforderungen ergänzt. So betonen Fachleute wie livingquarter.de die beeindruckende Entwicklung in der Kriminalitäts- und Gewaltprävention in den letzten zwei Jahrzehnten. Städte und Gemeinden tragen die Verantwortung für die Umsetzung präventiver Maßnahmen und arbeiten häufig mit Organisationen und Institutionen zusammen, um gemeinnützige Programme zu gestalten. Zu diesen gehören schulbasierte Programme für soziale Kompetenzen, sowie Projekte, die Vertrauen zwischen Jugendlichen und der Polizei stärken und Mentoring-Programme bereitstellen.

Der Wiener Gemeinderat hat die Wichtigkeit der Förderung von Initiativen zur Unterstützung von Jugendlichen erkannt. Diese Programme sind entscheidend, um Kinder und Jugendliche mit komplexen Problemlagen nicht nur zu unterstützen, sondern ihnen auch eine Perspektive zu bieten. Die jüngsten Diskussionen und Abstimmungen zeigen, dass präventive Maßnahmen und die Aufrechterhaltung der Jugendzentren eine zentrale Rolle in der Wiener Politik spielen.

Die Sitzung des Wiener Gemeinderats endete um 20 Uhr, hinterließ jedoch zahlreiche offene Fragen zu den Herausforderungen der Jugendarbeit und der Prävention von Jugendkriminalität in der Stadt.