In Wien schlagen Verkehrsicherheitsexperten Alarm: Die Fußgängerampeln in der Stadt sind für ältere Menschen nicht optimal gestaltet. Dies bestätigt eine Analyse der Ampelschaltungen, die auf unzureichende Grünphasen hinweist. Insbesondere das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) und verschiedene Seniorenverbände heben hervor, dass die derzeitige Ampelgestaltung das Risiko für ältere Fußgänger erhöht. Klaus Robatsch, ein Experte des KfV, betont, dass insbesondere an stark frequentierten Straßen dringender Handlungsbedarf besteht, um Senioren im Straßenverkehr besser zu schützen. Ein zentraler Kritikpunkt ist die zu kurze Dauer der Grünphasen, die oft weniger als die empfohlenen zehn Sekunden beträgt, einschließlich der Blinkphase.

Im Jahr 2024 starben laut des Bundesministeriums für Verkehr (BMV) 61,4 % der getöteten Radfahrenden und Fußgänger, die 65 Jahre oder älter waren. Zudem war fast ein Drittel (37,3 %) der getöteten Pkw-Insassen dieser Altersgruppe zuzuordnen. Der hohe Anteil älterer Verkehrsteilnehmender unter den Verkehrsunfallopfern verdeutlicht die Notwendigkeit, auf ihre besonderen Bedürfnisse einzugehen. Senioren sind aufgrund von Veränderungen in kognitiven und motorischen Fähigkeiten besonders gefährdet im Straßenverkehr, weshalb spezielle Sensibilisierungsmaßnahmen erforderlich sind.

Verbesserung der Verkehrssicherheit für Senioren

Um die Sicherheit älterer Menschen im Verkehr zu erhöhen, sind verschiedene Initiativen und Programme im Einsatz. Die Deutsche Verkehrswacht (DVW) veranstaltet Verkehrssicherheitstage unter dem Motto „Mobil bleiben, aber sicher!“, die Themen wie Abbiegeunfälle, sicheres Radfahren und die Nutzung von Rollatoren behandeln. Diese kostenlosen Veranstaltungen sind an verschiedenen Orten wie Stadtfesten und Seniorenfreizeitstätten zugänglich und bieten somit eine wertvolle Informationsquelle für Senioren.

Darüber hinaus gibt es Angebote, die gezielt auf die Mobilität älterer Menschen eingehen. So wird beispielsweise das Programm „sicher mobil“ des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) gefördert, das die Fähigkeit älterer Verkehrsteilnehmer stärkt, ihre eigene Leistungsfähigkeit realistisch einzuschätzen. Die Empfehlungen des ADAC betonen ebenfalls die Wichtigkeit einer selbstkritischen Überprüfung der Fahrfähigkeit, da altersbedingt Reaktionsfähigkeit und Sehvermögen nachlassen können.

Sichere Teilnahme am Straßenverkehr

Der ADAC informiert, dass mehr als 50 % der tödlich verunglückten Fußgänger und Radfahrer 65 Jahre oder älter sind. Die Zahl der Unfälle, bei denen ältere Menschen als Verursacher auftreten, ist hingegen geringer als ihr Bevölkerungsanteil vermuten lassen würde. Dennoch ist eine regelmäßige gesundheitliche Überprüfung für Senioren essentiell, um mögliche Einschränkungen rechtzeitig zu erkennen und entsprechend zu handeln. Der ADAC empfiehlt, freiwillige medizinische Untersuchungen durchzuführen und im Zweifelsfall das Gespräch mit dem behandelnden Arzt zu suchen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es nicht nur um die Überwachung von Fußgängerampeln geht, sondern auch um ein vollständiges System zur Unterstützung der Sicherheit älterer Verkehrsteilnehmer. Die bestehende Gefährdung überlegen zu werden und gezielte Maßnahmen zu ergreifen, wird sowohl von den Verkehrsexperten als auch von verschiedenen Institutionen als notwendig erachtet. Es bleibt abzuwarten, wie schnell und nachhaltig auf die Bedürfnisse dieser besonders verletzlichen Gruppe reagiert wird.