In den letzten Wochen häufen sich Meldungen über Vandalismus an Schulen in Vorarlberg und Wien. Auslöser dafür ist ein besorgniserregender Trend, der als „Devious Lick Challenge“ oder „Bathroom Vandalism Challenge“ bekannt ist. Schüler suchen dabei gezielt nach Gelegenheiten, um Schultoiletten zu verwüsten, indem sie Toiletten verstopfen, Klodeckel abreißen oder Türen eintreten. Diese Taten werden häufig gefilmt und auf sozialen Netzwerken wie TikTok geteilt. Die Bildungsdirektion Vorarlberg hat bereits im November auf die Vorfälle hingewiesen und vor einer Nachahmung gewarnt, wie Kurier berichtet.
Am Beispiel der Handelsakademie (HAK) Bludenz wird deutlich, welche Folgen die Challenge hat. Dort wurden die Toiletten im Obergeschoss ohne Klopapier geschlossen, um weiteren Vandalismus zu verhindern. Die Schüler müssen auf die Toiletten im Erdgeschoss ausweichen, wo es noch Klopapier gibt. Zusätzlich wurde den Schülern nahegelegt, eigene Taschentücher und Handtücher mitzubringen, jedoch war die Umsetzung dieser Maßnahme nicht durchgängig erfolgreich. Direktorin Margit Flecker zeigt sich besorgt über die Situation und erklärt, dass die Probleme an ihrer Schule kein Einzelfall sind, sondern auch an anderen Schulen in Vorarlberg auftreten.
Ursachen und Folgen
Der Trend zur mutwilligen Zerstörung von Schuleinrichtungen ist nicht neu; er verbreitete sich bereits Ende 2021 in den sozialen Medien. Schüler:innen geben an, aus einem Bedürfnis nach Aufmerksamkeit, Gruppendruck oder dem Reiz des Verbotenen zu handeln. Oft vergehen sie sich dabei nicht nur an Toiletten, sondern es wird auch ein Zusammenhang mit Brandstiftungsfällen in Schultoiletten vermutet. Trotz Maßnahmen von Social-Media-Plattformen, die mittlerweile einige relevante Hashtags gesperrt haben, sind Videos mit abgewandelten Begriffen weiterhin zugänglich und zeigen Schüler, die mit gestohlenen Gegenständen prahlen oder Toiletten mutwillig verstopfen, wie Jugendschutz.net feststellt.
Im Zuge dieser Entwicklungen wird auch die Rolle von Erziehenden und Pädagog:innen immer wichtiger. Es besteht ein großes Bedürfnis, Kinder und Jugendliche über die Folgen solcher Herausforderungen aufzuklären. Präventionsmaßnahmen und Aufklärung können helfen, die Ausbreitung dieser Trends effektiv einzudämmen. Weitere Informationen und Ansätze zur Bekämpfung von Vandalismus in Schulen sind auf Das macht Schule zu finden.
Die Situation in den Schulen erfordert handlungsfähige Antworten, um langfristige Verbesserungen zu garantieren. Direktorin Flecker ist optimistisch, dass mit der Unterstützung der Schüler eine positive Wende eintritt. Doch bis dahin bleibt es wichtig, die Gefahren solcher Social-Media-Trends zu erkennen und präventive Maßnahmen zu ergreifen.