
Die Gedenkstätte Mauthausen hat einen bedeutenden Schritt in ihrer Wiederherstellung vollzogen: Die sogenannte Steinstiege ist seit Kurzem wieder für Besucher zugänglich. Diese Treppe war vor sieben Jahren aus Sicherheitsgründen gesperrt worden, was von verschiedenen nationalen und internationalen Opferverbänden, darunter dem Comité International de Mauthausen und dem Mauthausen Komitee Österreich, stark kritisiert wurde. Die Stiege spielt eine wesentliche Rolle bei der Vermittlungsarbeit in der Gedenkstätte, da sie ein zentrales Element der Erinnerungsarbeit darstellt.
Während der dunklen Zeiten des Zweiten Weltkriegs bestätigten Berichte, dass Häftlinge im KZ Mauthausen Granitblöcke über die 186 Stufen schleppen mussten, was oft fatale Folgen hatte. Dies führte zu der umgangssprachlichen Bezeichnung "Steinstiege". Die Wiederöffnung wurde durch die Novellierung des Denkmalschutzgesetzes ermöglicht, die einerseits die Sicherheitsanforderungen an solche Bauten überarbeitet hat und anderseits die Eigenverantwortung der Besucher stärkt. Maximal 300 Personen dürfen sich gleichzeitig im umzäunten Areal aufhalten, und Sicherheitshinweistafeln in deutscher und englischer Sprache informieren die Besucher über die geltenden Vorschriften.
Ein wichtiger Ort des Gedenkens
Mauthausen zählt zu den zentralen Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Diese Gedenkstätte eröffnet einen tiefen Einblick in die Schrecken der Vergangenheit und erinnert an die unzähligen Opfer, die hier gelitten haben. Das ehemalige Konzentrationslager ist nicht nur ein Ort des Erinnerns, sondern auch ein Ort des Lernens, um zukünftig solch unmenschlichem Leid entgegenzuwirken. Die Steinstiege ist dabei von besonderer Bedeutung, sowohl für Zeitzeugen als auch für zukünftige Generationen.
Darüber hinaus ist Mauthausen Teil einer Vielzahl an Gedenkstätten, die über ganz Österreich verstreut sind. Beispiele sind das Mahnmal für Roma und Sinti in Lackenbach oder die Gedenkstätte für die Opfer der NS-Justiz in Klagenfurt am Wörthersee. Diese Stätten sind essenziell, um die Erinnerung an die Opfer wachzuhalten und die Lehren aus der Vergangenheit zu bewahren.
Insgesamt spiegelt die Wiederbegehbarkeit der Steinstiege in Mauthausen nicht nur Fortschritte in der Denkmalpflege wider, sondern auch das Engagement der Gesellschaft, sich mit der Geschichte auseinanderzusetzen und die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus zu ehren. Die Gedenkstätte Mauthausen bleibt ein Ort der Mahnung und des Lernens für alle, die die Geschichte verstehen und die Werte von Menschlichkeit und Respekt fördern möchten.
Ort des Geschehens
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