
Im Rahmen einer großangelegten internationalen Operation zur Bekämpfung von Kindesmissbrauch hat die Bundeskriminalamt (BK) am Mittwoch in Wien Zahlen zur sogenannten "Operation Stream" bekanntgegeben. Diese Ermittlungen, die von der bayrischen Kriminalpolizei und der Zentralstelle zur Bekämpfung der Cyberkriminalität in Bayern geleitet wurden, haben inzwischen weltweit Auswirkungen gezeigt. So wurden in Österreich elf Hausdurchsuchungen durchgeführt und ein Verdächtiger festgenommen.
Der festgenommene Verdächtige weist eine kriminelle Vorgeschichte auf. Die Operation richtet sich gegen das Netzwerk "Kidflix", eine der größten Pädophilen-Plattformen weltweit, die 2021 von einem Cyberkriminellen gegründet wurde und schnell an Popularität unter Pädophilen gewann. Bis heute haben sich weltweit etwa 1,8 Millionen Nutzer auf dieser Plattform angemeldet. Über ihren aktiven Zeitraum wurden alarmierende 91.000 Videos hochgeladen, die eine Gesamtlaufzeit von 6.288 Stunden aufweisen. Durchschnittlich wurden 3,5 neue Videos pro Stunde veröffentlicht.
Internationale Festnahmen und Sicherstellungen
Die Operation Stream umfasst Beteiligungen aus 35 Ländern, einschließlich der USA, und verlief vom 10. bis 23. März 2025 besonders intensiv. Weltweit wurden insgesamt rund 79 Personen festgenommen, darunter 10 in der Schweiz. Auch dort führten die Kantonspolizeien aus Aargau, Bern, Basel-Landschaft, Genf, Thurgau, Waadt und Zürich gezielte Maßnahmen durch, die im selben Zeitraum stattfanden. In den durchgeführten Aktionen wurden nicht nur Verdächtige festgenommen, sondern auch über 3.000 elektronische Geräte und mehr als 91.000 Videos sichergestellt.
Europol, Unterstützer dieser Operation, analysierte zahlreiche Videodateien und übermittelte wertvolle Beweismaterialien an die betroffenen Länder. Die Festgenommenen stehen unter Verdacht, Videos des sexuellen Missbrauchs von Kindern angesehen oder heruntergeladen zu haben, während einige auch des aktiven Missbrauchs verdächtigt werden. Die meisten der Verdächtigen sind Wiederholungstäter und den Strafverfolgungsbehörden schon bekannt.
Schutzmaßnahmen und laufende Ermittlungen
Dank der Aktionen von Europol konnten bislang 39 Kinder in Österreich vor weiterer Ausbeutung geschützt werden. Sexuelle Ausbeutung gilt mittlerweile als eine gravierende Bedrohung für die Sicherheit in der EU. Der EU-Kommissar Magnus Brunner betont den hohen Wert von Organisationen wie Europol in der Bekämpfung der grenzüberschreitenden Kriminalität.
Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen, da die Täter offenbar weitere kriminelle Aktivitäten geplant haben. Europol hat bestätigt, dass die Bekämpfung solcher Netzwerke von essenzieller Bedeutung ist, um Kinder weltweit zu schützen. Die Zerschlagung von "Kidflix" stellt einen bedeutenden Fortschritt im Kampf gegen Cyberkriminalität dar, die regelmäßig an Bedeutung gewinnt. Das internationale Engagement von Ermittlern aus über 30 Ländern zeigt, wie ernst die Bedrohung eingeschätzt wird.
Insgesamt verdeutlicht diese Operation die enormen Herausforderungen und die Notwendigkeit, der sexuellen Ausbeutung von Kindern entschieden entgegenzutreten. Erkenntnisse und Maßnahmen aus Operation Stream könnten grundlegende Veränderungen im Umgang mit derartiger Cyberkriminalität zur Folge haben.
Mehr Details zu den Ermittlungen finden Sie in den Berichten von 5min, Spiegel und Luzerner Zeitung:
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