Am Heiligen Abend 2025 wurde eine 87-jährige Frau auf der Katrin bei Bad Ischl gerettet, nachdem sie die letzte Talfahrt am 23. Dezember verpasst hatte. Die Seniorin, eine ehemalige Bergführerin und Fotografin, hatte sich am Nachmittag mit der Seilbahn in die Höhe begeben, um kostbare Fotos zu schießen. Doch als sie ihre Fotografiererei beendet hatte, musste sie feststellen, dass die Seilbahn nicht mehr in Betrieb war und sie ohne Handy in der kalten Berglandschaft gestrandet war. Zunächst suchte sie Zuflucht in einem kleinen, irrtümlich offenen Stübchen bei der Bergstation, das normalerweise versperrt war, aber Schutz bot.

Am 24. Dezember entschied sich die Seniorin, zu Fuß abzusteigen, kehrte jedoch aufgrund der eisigen Bedingungen wieder um. In der Katrin-Berghütte verbrachte sie die Nacht und war besorgt, dass sie dort feststecken könnte. Glücklicherweise wurde sie am nächsten Tag von einer zehnköpfigen Gruppe der Bergrettung Bad Goisern entdeckt, die während ihres Weihnachtsausflugs auf die Seniorin stießen. Die Bergretter schützten sie vor dem kalten Wind und informierten den Betreiber der Katrin-Bergbahn, Johannes Aldrian. Dieser kam augenblicklich zur Station und ließ die Bahn wieder in Betrieb nehmen. Die 87-Jährige konnte schließlich mit Tee und Decken versorgt ins Tal fahren. Aldrian bezeichnete den Vorfall als „wahres Weihnachtswunder“ und bestätigte, dass die Dame den Vorfall gut überstanden habe.

Häufige Bergunfälle in den Alpen

Der Vorfall auf der Katrin steht nicht für sich allein; in den Alpen geschehen regelmäßig ernsthafte Unfälle. Wie alpin.de berichtet, wurden allein im Dezember 2025 zahlreiche Bergrettungen vorgenommen. Am 22. Dezember musste beispielsweise eine 32-Jährige am Tegelberg nach einem Sturz gerettet werden, während am Großglockner Bergsteiger in Not gerieten. Diese Vorfälle verdeutlichen, wie schnell Touristen in den Bergen in Schwierigkeiten geraten können.

Die Zahl der Einsätze von Bergrettungen ist in den Alpen gestiegen. Laut Deutschlandfunk leisteten Bergretter in Österreich allein in der Alpenhauptsaison 3.674 Einsätze, was einen Anstieg von etwa 200 Einsätzen im Vergleich zum Zehnjahresdurchschnitt darstellt. Dies widerspiegelt die steigende Zahl an Menschen, die vor Erschöpfung oder unter falscher Einschätzung des Geländes Hilfe anfordern. Zudem waren im Jahr 2024 mehrere hundert Menschen bei Bergsportunfällen in den Alpen gestorben, wobei insbesondere Männer über 50 Jahre alt getroffen wurden, die anstrengende Touren unternehmen.

Klimawandel und Sicherheitsfragen in den Alpen

Ein weiterer besorgniserregender Aspekt ist die Auswirkung des Klimawandels auf die verschiedenen alpinen Regionen. Steinschläge und andere natürliche Prozesse werden durch klimatische Veränderungen verstärkt, was die Gefahr für Bergsportler erhöht. Ein erhebliches Problem sind häufig unzureichend ausgerüstete Wanderer. Immer mehr Menschen begeben sich in die Berge, oft beeinflusst durch soziale Medien, ohne die erforderliche Risikobewertung zu beachten. Hüttenwirte berichten von Gästen, die unzureichend ausgerüstet und schlecht vorbereitet sind.

Die Rettungsorganisationen stehen vor der Herausforderung, sich ständig zu erweitern und ihren Einsatz zu optimieren, um auf die Zunahme der Bergunfälle reagieren zu können. Ehrenamtliche Bergretter, die in Ortsverbänden organisiert sind, leisten einen unverzichtbaren Dienst, werden jedoch immer häufiger wegen banaler Anliegen zur Hilfe gerufen. Notrufaktionen wegen Müdigkeit oder fehlender Verkehrsanbindungen sind mittlerweile keine Seltenheit mehr.

Die Kombination aus steigenden Besucherzahlen, sich verändernden Umweltbedingungen und den zunehmenden Anforderungen an Bergretter stellt die alpine Gemeinschaft vor erhebliche Herausforderungen, die sowohl für die Sicherheit der Bergwanderer als auch für die Effizienz der Rettungsorganisationen von Bedeutung sind.