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Die Spannungen im Gazakonflikt erreichen einen kritischen Punkt: Israel und die Hamas haben vorläufig eine Einigung über die erste Phase des umstrittenen Waffenruhe-Abkommens erzielt. Laut Hamas soll die Entlassung von 602 palästinensischen Häftlingen, die in israelischen Gefängnissen sitzen, parallel zur Übergabe der Leichen israelischer Geiseln erfolgen, teilte die Organisation mit. Bisher bleibt unklar, wann genau dieser Austausch stattfinden soll, was die Situation weiter anheizt. Israel hatte zuvor mitgeteilt, dass die geplante Freilassung der Häftlinge ausgesetzt sei, bis die Hamas aufhört, die Rückgabe der Geiseln mit "demütigenden Zeremonien" zu verknüpfen, wie in einem aktuellen Bericht von oe24 angegeben wird.
In einem weiteren Entwicklungsschritt hat die Hamas bereits sechs israelische Geiseln freigelassen. Diese Geiseln waren Teil einer Gruppe von 33, die im Rahmen der ersten Phase des Waffenstillstands erwartet wurden. Israels Präsident Isaac Herzog äußerte sich bewegt über die Rückkehr der Geiseln und sprach von einer "Heilungs- und Erholungsreise" für die Familien. Im Gegenzug ist Israel bereit, die bereits angekündigte Anzahl von 602 palästinensischen Häftlingen freizulassen, wobei einige von ihnen Verurteilungen wegen schwerer Verbrechen haben. Diesen Häftlingen wird der Zugang zum Gazastreifen verwehrt, und sie sollen in ein drittes Land gebracht werden, wie RFE/RL berichtet.
Der weitreichende Konflikt, der am 7. Oktober 2023 mit einem verheerenden Angriff der Hamas auf israelische Siedlungen begann, hat bislang zahlreichen Menschen das Leben gekostet und Tausende geflüchtet. Mit einer Vielzahl von Überlebenden unter den Geiseln ist die Freilassung der letzten lebenden Geiseln von äußerster humanitärer Bedeutung für Israel. Die Verhandlungen über eine dauerhafte Beendigung der Konflikte stehen jedoch weiterhin auf der Kippe und werden durch Differenzen über die Zukunft Gazas erschwert, was die Hoffnungen auf einen nachhaltigen Frieden beeinträchtigt.
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