
In Vorarlberg ist eine alarmierende Situation entstanden: Im Zusammenhang mit Rindertuberkulose hat sich eine Person mit den verantwortlichen Bakterien infiziert. Dies stellt einen seltenen, jedoch klaren Hinweis auf die Übertragbarkeit dieser Erkrankung dar. Die Rindertuberkulose, die von den Bakterienarten Mycobacterium bovis und Mycobacterium caprae hervorgerufen wird, kann auch auf den Menschen übertragen werden, wenn die Bedingungen stimmen, wie die Kronen Zeitung berichtet.
Die Übertragung erfolgt zumeist durch das Einatmen von feinen Tröpfchen, die von erkrankten Tieren ausgeatmet werden, oder durch den Konsum von nicht pasteurisierter Milch. Besonders gefährdet sind deshalb Personen, die häufigen Kontakt zu infizierten Tieren haben. Laut der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) ist die Ansteckungsgefahr für Menschen insgesamt jedoch relativ gering, steigt aber bei längerer Exposition deutlich. Ein weiteres Risiko stellen Wildtiere wie Rothirsche und Wildschweine dar, die als Erregerreservoir fungieren können und die Krankheit durch Weidennutzung an Nutztiere übertragen.
Die Bedrohung durch Mycobakterien
Mycobakterien sind eine Gattung aerober Bakterien, aus der bisher etwa 100 Arten bekannt sind, von denen einige, wie Mycobacterium tuberculosis und Mycobacterium leprae, ernsthafte Krankheiten beim Menschen verursachen. Besonders gefährdet sind dabei Personen mit geschwächtem Immunsystem. Wie Medlexi berichtet, ist die Tuberkulose weltweit eine der häufigsten Infektionskrankheiten, die schätzungsweise ein Drittel der globalen Bevölkerung betrifft. Jedes Jahr gibt es etwa 9 Millionen neue Erkrankungen, und über 2 Millionen Menschen sterben infolgedessen. Die Resistenz der Mycobakterien gegen Antibiotika erschwert die Therapie erheblich.
Die Symptome einer Tuberkulose können über einen langen Zeitraum unbemerkt bleiben, was eine frühzeitige Diagnose und Behandlung vereinfacht. Häufig werden Fälle erst durch auffällige Befunde nach der Schlachtung festgestellt. Das Wissen um diese heimtückische und hartnäckige Krankheit ist entscheidend, um die Verbreitung von Rindertuberkulose zu kontrollieren und Infektionen beim Menschen zu vermeiden.
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