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Post-Chaos in Vorarlberg: Gewerkschaft warnt vor untragbaren Arbeitsbedingungen!

In Vorarlberg sorgt das neue Zustellsystem "Fidelio", das die Österreichische Post AG seit März 2025 implementiert, für große Aufregung. Die Einführung des Systems, das in Bregenz, Dornbirn und Feldkirch begann, hat eine massive Arbeitsverdichtung für die Beschäftigten zur Folge. Diese sehen sich nicht nur mit längeren Arbeitszeiten konfrontiert, sondern auch mit der Gefahr, dass die Qualität der Zustellung leidet, da die Bevölkerung zunehmend unter verspäteter Post und längeren Wartezeiten zu leiden hat. Franz Mähr, der Landesvorsitzende der Postgewerkschaft Vorarlberg, äußert sich in einem Bericht von vol.at kritisch zu den Auswirkungen des neuen Systems.

Besonders besorgniserregend ist die Tatsache, dass an bestimmten Tagen, insbesondere freitags, nur ein Teil der Post ausgeliefert wird. Der Rest bleibt bis frühestens Dienstag liegen, was bedeutet, dass Zusteller an diesen Tagen die doppelte Menge an Paketen ausliefern müssen. Mähr berichtet, dass viele Mitarbeiter oftmals über zehn Stunden arbeiten und bis spät in die Nacht zustellen müssen. Bei Spitzenzeiten, etwa an Tagen mit Pensionsauszahlungen, droht das System in die Brüche zu gehen. Trotz der besten wirtschaftlichen Ergebnisse der Post im letzten Jahr zeigen die Sparmaßnahmen, die die Post führt, dass es offenbar keine wirtschaftlichen Vorteile durch "Fidelio" gibt, was Mähr als unverständlich kritisiert. Ebenso äußert er Bedenken, dass die Arbeitsbelastung die Wahlbeteiligung negativ beeinflussen könnte.

Kritik an der Umsetzung

Mähr berichtet von einem respektlosen Umgang der Postführung gegenüber der Personalvertretung, die bei der Planung des Systems nicht ausreichend eingebunden wurde. Die angespannte Stimmung in den Zustellbasen führt dazu, dass einige Mitarbeiter über ein Verlassen des Unternehmens nachdenken. Die neue Arbeitsverteilung, verbunden mit einer zusätzlichen Belastung, sei für viele nicht tragbar. Die Kritik an "Fidelio" ist somit nicht nur eine Reaktion auf die Arbeitsbedingungen, sondern auch auf die Art und Weise, wie diese Veränderungen kommuniziert und umgesetzt wurden.

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In den aktuellen Verhandlungen für die Beschäftigten ist es wichtig zu beachten, dass Rechte und Pflichten von ArbeitgeberInnen und ArbeitnehmerInnen durch Gesetze, Kollektivverträge und Betriebsvereinbarungen geregelt werden. Dabei sind alle Arbeitsverträge an die bestehenden arbeitsrechtlichen Bestimmungen gebunden. Die Personalvertretung spielt eine zentrale Rolle, indem sie Betriebsvereinbarungen verhandelt, die den ArbeitnehmerInnen zugutekommen können, wie im Bericht von gpf.at erläutert.

Rechtsrahmen im Arbeitsumfeld

Das Arbeitsrecht, das alle Fragen in Zusammenhang mit Arbeitsverhältnissen regelt, betrachtet sowohl individuelle Rechte als auch kollektive Beziehungsgeflechte zwischen Beschäftigten und Arbeitgebern. So sind beispielsweise im individuellen Arbeitsrecht Regelungen zu Rechten und Pflichten im Arbeitsvertrag sowie im Urlaubsgesetz verankert. Das kollektive Arbeitsrecht regelt hingegen das Verhältnis zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern und wird maßgeblich durch das Arbeitsverfassungsgesetz bestimmt, welches die Grundlagen für Kollektivverträge legt, wie auf der Seite des Bundesministeriums für Arbeit und Wirtschaft nachzulesen ist.

Die Herausforderungen, die durch das neue Zustellsystem "Fidelio" entstanden sind, werfen Fragen auf, die weit über die unmittelbaren Arbeitsbedingungen hinausgehen. Sie betreffen die gesamte Kultur der Arbeitsorganisation und die Art und Weise, wie soziale Verantwortung von Unternehmen wahrgenommen wird. Die kommenden Wochen werden zeigen, wie diese Konflikte gelöst werden können und welche Veränderungen möglicherweise notwendig werden, um die Arbeitsbedingungen in der Post zu verbessern.

Ort des Geschehens


Details zur Meldung
Was ist passiert?
Sonstiges
In welchen Regionen?
Bregenz, Dornbirn, Feldkirch, Lustenau
Genauer Ort bekannt?
Vorarlberg, Österreich
Ursache
Arbeitsverdichtung, mangelhafte Einbindung der Personalvertretung, respektloser Umgang
Beste Referenz
vol.at
Weitere Quellen
gpf.at

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