Am 11. Oktober 2025 wurde Mario Leiter beim Landesparteitag der SPÖ Vorarlberg in Feldkirch mit 71,53 Prozent der Stimmen erneut zum Parteivorsitzenden gewählt. Dies markiert einen Rückgang im Vergleich zu seinem vorherigen Ergebnis von 88,69 Prozent im Jahr 2023. Leiter, der 60 Jahre alt ist und 2023 als Parteivorsitzender gewählt wurde, hatte in der Vergangenheit als Vizebürgermeister von Bludenz gedient und war 2021 zurückgetreten. In seiner neuen Amtszeit versprach er, die Neuausrichtung der Partei fortzusetzen.
Der Parteitag, der in Anwesenheit des Bundesvorsitzenden Andreas Babler stattfand, fokussierte sich auf klassische SPÖ-Themen wie gemeinnützige Wohnungen, faire Löhne und ein solidarisches Gesundheitssystem. Leiter betonte die Notwendigkeit des Zusammenhalts innerhalb der Partei, um Wahlen erfolgreich zu bestreiten. In seiner Rede wurden auch die Sexismusvorwürfe thematisiert, die von der ehemaligen Landesfrauenvorsitzenden Stefanie Matei geäußert wurden. Beatrix Madlener-Tonetti erklärte, dass die Partei diese Vorwürfe ernst nehme und aktiv daran arbeite.
Parteistrukturen und Wahlen
Bei der Wahl der Stellvertreter schnitt Reinhold Einwallner mit 95,83 Prozent ab, gefolgt von Manuela Auer (96,53 Prozent), Markus Fäßler (99,31 Prozent), Martin Staudinger (90,28 Prozent) und Beatrix Madlener-Tonetti, die 98,61 Prozent der Stimmen erhielt. Trotz dieser stabilen Parteistruktur kämpfte die SPÖ in der Vergangenheit mit Herausforderungen: Bei der Landtagswahl 2024 erzielte die Partei nur 9,06 Prozent der Stimmen, und Mario Leiter scheiterte in der Bürgermeisterwahl in Bludenz erneut.
Kritik am Landesbudget
Parallel zu den Parteiwahlen äußerte die SPÖ in Vorarlberg Kritik am geplanten Landesbudget für 2025. Mario Leiter, der auch SPÖ-Klubobmann ist, kritisierte die fehlenden politischen Diskussionen vor der Budgeterstellung. Der Anstieg der Schulden auf rund 650 Millionen Euro wird nicht durch notwendige Investitionen begleitet, was die SPÖ als unzureichend erachtet. Sie lehnt den Voranschlag ab und fordert nachhaltige Investitionen zur Schaffung von Werten für das Land.
Besonders betont wurde der Mangel an leistbarem Wohnraum, der als eines der größten Probleme in Vorarlberg identifiziert wurde. Zudem bemängelt die SPÖ die unzureichenden Maßnahmen der Landesregierung zur Bekämpfung sozialer Ungleichheit. Einsparungen im Sozialbereich führen zu einem Rückgang von Angeboten, während der Bildungsbereich unter Personalmangel leidet.
Finanzielle Situation und Vermögensbilanz der Parteien
Ein Blick auf die finanziellen Strukturen der Parteien zeigt, dass die SPÖ bereits verschuldet ins Wahljahr 2024 gestartet ist. Die Veröffentlichung der Vermögensbilanz am 1. Jänner 2024 offenbarte, dass die SPÖ Bankschulden von 4 Millionen Euro hat. Im Vergleich dazu präsentieren sich die FPÖ, die Grünen und NEOS in einer deutlich besseren finanziellen Lage mit Bankguthaben in Millionenhöhe.
Die SPÖ zahlte im Jahr 2023 Zinsen in Höhe von 295.000 Euro. Dies steht im Kontrast zu den 282.000 Euro, die die ÖVP für ihre Kredite aufbrachte. Der Rechnungshof überprüft zurzeit die eingereichten Berichte der Parteien, die erstmals ungeprüft veröffentlicht wurden, was möglicherweise für zusätzliche Diskussionen sorgen wird.
Die Entwicklungen sowohl innerhalb der Partei als auch im politischen Finanzen werden weitere Herausforderungen für Mario Leiter und die SPÖ Vorarlberg darstellen, während sie sich auf die kommenden Wahljahre konzentrieren.