Dornbirn skandalös: Geburtenstation vor der Schließung – Was nun?
Das Stadtspital Dornbirn steht vor der Schließung der Geburtenhilfe und verlegt die Abteilung nach Bregenz. Reformpläne bis November.

Dornbirn skandalös: Geburtenstation vor der Schließung – Was nun?
Die Geburtenhilfe des Stadtspitals Dornbirn steht kurz vor der Schließung. Stattdessen plant die Landesregierung, die Abteilung nach Bregenz zu verlegen, wo sie zusammen mit der Kinder- und Jugendheilkunde angesiedelt werden soll. Diese weitreichende Entscheidung wird offiziell am 6. November bekanntgegeben, wie vol.at berichtet.
Im Jahr 2023 hatten im Stadtspital Dornbirn über 1300 Geburten stattgefunden, was es zur geburtenstärksten Einrichtung in Vorarlberg machte. Fast ein Drittel aller Geburten im Bundesland wurde dort verzeichnet. Die Abteilung erfuhr erst vor zwei Jahren mit einer Investition von rund zwei Millionen Euro eine umfangreiche Modernisierung, die unter anderem vier renovierte Kreißsäle und einen neuen Kreißsaal sowie drei zusätzliche Behandlungsräume umfasste.
Politische Reaktionen und Bedenken
Die Zusammenlegung der Abteilungen in Dornbirn und Bregenz unter gemeinsamer Leitung, die seit 2023 besteht, stößt auf gemischte Reaktionen. Während die Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher (ÖVP) betont, dass solche Maßnahmen vor allem in den Landeskrankenhäusern und nicht in Stadtspitälern stattfinden sollten, äußert Dornbirns Bürgermeister Markus Fäßler (SPÖ) deutliche Kritik. Er sieht sich und die Bürger übergangen und äußert Bedenken über die Transparenz bezüglich der Einsparungen und der Umsetzungskosten des Vorhabens.
Auch aus Bregenz gibt es Widerstand gegen die baldige Schließung der Abteilung. Bürgermeister Michael Ritsch (SPÖ) warnt vor einem möglichen Geburtenstopp im Bezirk Bregenz, sollte die Verlegung tatsächlich vollzogen werden. Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) wies die Vorwürfe zurück und hob die Notwendigkeit von Kooperation und Spezialisierung hervor. Nach Gesprächen zwischen Wallner und Fäßler wurde angedeutet, dass konstruktive Dialoge folgen könnten, jedoch bleiben konkrete Inhalte aus.
Gesundheitsreform als Teil des Kontextes
Die geplanten Änderungen im Spitalwesen sind Teil einer umfangreichen Gesundheitsreform in Österreich, die als größte Strukturreform seit Jahrzehnten gilt. Diese Reform, welche im Rahmen des Finanzausgleichs verhandelt wird, zielt darauf ab, eine hochwertige medizinische Versorgung sicherzustellen und Probleme im Gesundheitssystem zu bekämpfen. Im Rahmen dieser Reform stehen bis 2028 jährlich über 2 Milliarden Euro zusätzlich für Gesundheit und Pflege zur Verfügung, wie das Sozialministerium erklärt.
Die Gesundheitsreform umfasst planerische Maßnahmen wie die Stärkung des niedergelassenen Bereichs, Strukturreformen in Spitälern sowie den Ausbau digitaler Angebote und Programme zur Gesundheitsförderung. Nicht zuletzt erfordert die alternde Gesellschaft in Österreich, welche mehr Gesundheits- und Pflegeleistungen benötigt, innovative Ansätze zur Entlastung der Spitäler und zur Sicherstellung der notwendigen medizinischen Versorgung.
Die Zukunft der eigenständigen Abteilungen an den Standorten Dornbirn und Bregenz ist ungeklärt, insbesondere in Hinblick auf die kommenden Strukturreformen, deren Eckpunkte bis zum Spätherbst festgelegt sein sollen. Die Diskussion um die Schließung der Geburtenstation in Dornbirn ist somit nicht nur eine lokale Angelegenheit, sondern auch Teil eines großen Gesundheitsreformprozesses, der die gesamte Region beeinflussen wird.