Im Jahr 2026 wird in Dornbirn-Haselstauden ein neuer Standort des sozialen Lebensmittelgeschäfts „Mein guter Laden“ eröffnet. Dieses Konzept richtet sich gezielt an Menschen mit geringem Einkommen, die trotzdem hochwertigen Lebensmitteln zugänglich sein möchten. Aktuell gibt es bereits zwei weitere Standorte in Vorarlberg, in Bludenz sowie in Feldkirch-Tosters. Das Ziel des neuen Ladens ist es, die Unterstützung für die sozial benachteiligten Gruppen weiter auszubauen und Lebensmittelsicherheit zu fördern.

„Mein guter Laden“ bezieht seine Lebensmittel über den Verein „Tischlein deck dich Vorarlberg“. Diese Lebensmittel werden oft als nicht verkäuflich eingestuft aufgrund kleiner Verpackungsfehler oder optischer Mängel. Dennoch sind sie vollkommen genießbar. Der Laden kämpft nicht nur gegen Armut, sondern leistet auch einen wesentlichen Beitrag zur Reduktion von Lebensmittelverschwendung, die durch den Verkauf von überschüssigen oder „schlechten“ Produkten minimiert wird.

Soziale Zielgruppe und Nachhaltigkeit

Die Preispolitik in „Mein guter Laden“ ist darauf ausgelegt, Unterstützung zu leisten: Die Preise für die Produkte liegen bis zu 80 Prozent unter den regulären Ladenpreisen. Berechtigt zum Kauf sind vor allem Pensionisten, Alleinerziehende, Studierende und Menschen in Notlagen, was zeigt, dass der Fokus auf der Unterstützung von Menschen am Existenzminimum liegt. Diese Initiative entspricht einem wachsenden Trend in Europa, Lebensmittel nicht nur zu verkaufen, sondern auch um Unterstützung für armutsbetroffene Menschen zu bieten.

In Deutschland ist die Problematik der Lebensmittelverschwendung ebenfalls ein zentrales Thema. Jährlich landen dort zwischen 11 und 18 Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll. Dies geschieht aus unterschiedlichen Gründen, darunter Missverständnisse beim Mindesthaltbarkeitsdatum und falsche Lagerung. Diese Lebensmittelverschwendung hat nicht nur ökologische, sondern auch ökonomische Konsequenzen, da wertvolle Ressourcen wie Wasser und Energie verloren gehen.

Lebensmittel retten und verteilen

Der Dachverband Tafel Deutschland ist aktiv daran beteiligt, überschüssige, genießbare Lebensmittel von Einzelhändlern, Bäckereien und Restaurants zu retten. Über 970 Tafeln in Deutschland arbeiten seit 1993 an diesem Ziel und nehmen größere Spenden von produzierenden Unternehmen an. Diese Lebensmittel werden dann über ein aufwendiges Logistik-System an armutsbetroffene Menschen verteilt. Die Erfahrungen in Deutschland zeigen, wie wichtig nachhaltige Maßnahmen in der gesamten Wertschöpfungskette sind, um trotz Lebensmittelüberschuss eine gerechte Verteilung zu ermöglichen.

In diesem Sinne ist die Eröffnung von „Mein guter Laden“ in Dornbirn mehr als nur eine wirtschaftliche Initiative; sie ist ein wichtiger Schritt zur Bekämpfung von Armut und zur Förderung der Nachhaltigkeit im Umgang mit Lebensmitteln.