In Österreich zeichnet sich ein signifikantes Umfragetief für die aktuelle Ampel-Koalition ab. Laut einer neuen Umfrage des Institutes Lazarsfeld, die zwischen dem 2. und 11. Februar 2026 mit 2.000 Befragten durchgeführt wurde, verzeichnen die Regierungsparteien sowohl Rückgänge als auch Zuwächse in der Wählergunst. Die ÖVP, unter der Führung von Kanzler Christian Stocker, sank auf 21 Prozent, was einem Rückgang von 3 Prozent seit der letzten Erhebung entspricht. Dies folgt auf eine zunächst positive Resonanz auf Stockers Kanzlerrede, die jedoch nicht von Dauer war, wie oe24.at berichtet.
Ebenso sind die NEOS im Rückgang begriffen und liegen aktuell bei 7 Prozent. Im Gegensatz dazu gelingt der FPÖ, der stärksten politischen Kraft, ein kleiner Aufschwung; sie erreicht nun 36 Prozent und konnte somit um 1 Prozent zulegen. Die SPÖ, unter der Leitung von Andreas Babler, kommt auf 19 Prozent und zeigt damit eine moderate Steigerung, die jedoch nicht als durchschlagend angesehen wird.
Ampelkoalition unter Druck
Die Konstellation der Ampel-Koalition, bestehend aus ÖVP, SPÖ und NEOS, würde mit insgesamt 89 Mandaten zwar noch einen Anschein der Stabilität vermitteln, jedoch fehlen ihr mit 92 benötigten Sitzen für eine absolute Mehrheit in der Nationalratssitzung wichtige Stimmen. Die KPÖ könnte möglicherweise mit 5 Prozent und 9 Abgeordneten ins Parlament einziehen, was erstmals seit den 1950er Jahren der Fall wäre, und damit das politische Gleichgewicht weiter verschieben.
Ein weiterer interessanter Aspekt ist die fiktive Kanzlerwahl, bei der der FPÖ-Chef Herbert Kickl mit 34 Prozent und einem Zuwachs von 2 Prozent deutlich vor Stocker steht, der lediglich 12 Prozent erhält. Diese Zahlen reflektieren eine Zunahme der Unzufriedenheit mit der gegenwärtigen Regierungstätigkeit, die viele Bürger dazu führt, vorwiegend zu Oppositionsparteien zu tendieren, wie kontrast.at zusammenfasst.
Der politische Kontext
Österreich ist eine parlamentarisch-demokratische Republik, in der der Nationalrat als wichtigste politische Institution fungiert. Die Politik wird seit 1945 von den beiden Volksparteien, ÖVP und SPÖ, dominiert. In der letzten Nationalratswahl am 29. September 2024 wurde die FPÖ mit 28,8 Prozent zur stärksten Kraft. Die ÖVP folgte mit 26,3 Prozent, während die SPÖ 21,1 Prozent erzielte.
Trotz der hohen Wahlbeteiligung von 77,7 Prozent und der daraufhin anhaltenden Koalitionsverhandlungen, die über 155 Tage andauerten, blieben die Gespräche zwischen den Parteien komplex. Die Bildung einer neuen Regierung unter Kanzler Christian Stocker, die auf den Namen „Zuckerl-Koalition“ hört, wurde schließlich am 3. März 2025 vollzogen. Laut Statista wird für die nächste Nationalratswahl im Jahr 2029 gerechnet, wobei vorgezogene Neuwahlen nicht ausgeschlossen sind.
Ein weiterer Punkt, der die aktuelle politische Debatte in Österreich betrifft, ist die allgemeine Unzufriedenheit mit der Regierung. Viele Bürger glauben nicht an eine positive Wende, was sich auch durch Umfragen manifestiert, die an den bevorstehenden sozialen Trends und Herausforderungen wie Inflation und Einwanderung arbeiten.