In Österreich hat sich das Pfandsystem für Dosen und PET-Flaschen seit seiner Einführung vor über einem Jahr bemerkenswert etabliert. Aktuell engagieren sich etwa 225.000 bis 228.000 Menschen aktiv im öffentlichen Raum, um Pfandflaschen und -dosen zu sammeln, was ihnen hilft, ihr Einkommen aufzubessern. Diese Realität wurde durch eine Umfrage von „fritz-kola“ und TQS verdeutlicht, die zeigt, dass 70 Prozent der Befragten diese Sammler regelmäßig wahrnehmen. Soziale Aspekte des Pfandsammelns sind vielschichtig: Insgesamt 14 Prozent der Befragten geben an, dass sie Pfandflaschen sammeln, um ihre zu niedrigen Pensionen zu ergänzen, während 13 Prozent dies tun, um ein unzureichendes Erwerbseinkommen aufzubessern.

Die Umfrage enthüllt, dass die Wahrnehmung der Pfandsammler unterschiedlich ist. Während 29 Prozent eine positive Einstellung gegenüber ihnen haben, empfinden 34 Prozent Mitleid. Nur 2 Prozent der Befragten nehmen die Sammler negativ wahr. Eine bemerkenswerte Mehrheit von 57 Prozent unterstützt die Idee, Pfandgebinde neben Mistkübeln abzustellen, um die Mülltonnen zu entlasten. Die Initiative „Pfand gehört daneben“, die von fritz-kola ins Leben gerufen wurde, ermutigt dazu, Pfandflaschen an solchen Stellen zu deponieren.

Die Rolle von Pfandinseln

Zusätzlich zu den individuellen Sammlern gibt es auch innovative Lösungen wie die sogenannten Pfandinseln. Diese Sammelstationen ermöglichen es Nutzern, Pfandflaschen und -dosen unkompliziert in bereitgestellten Getränkekisten abzugeben, was besonders an stark frequentierten Orten, in Parks und bei Veranstaltungen sinnvoll ist. In Berlin wurden Pfandinseln in mehreren Parks, wie dem Park am Buschkrug und im Volkspark Friedrichshain, erfolgreich getestet. Solche Maßnahmen tragen zur Umweltentlastung bei und sensibilisieren die Öffentlichkeit für den Wert von Pfand.

Erfolgsbilanz des neuen Pfandsystems

Österreichs Einwegpfandsystem hat sich als sehr erfolgreich erwiesen. Laut dem Recycling Pfand Österreich werden täglich zwischen 7 und 9 Millionen Einweg-Pfandgebinde retourniert. Rund 75 Prozent der Konsumenten befürworten das System, welches am 1. Jänner 2025 in Kraft trat. Ziel ist es, durch die Rückgabe und Wiederverwertung wertvoller Materialien eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft zu fördern und das Wegwerfen in die Natur zu reduzieren. Um dies zu erreichen, strebt das Land eine Rücklaufquote von 90 Prozent bis 2027 an, nachdem im ersten Jahr bereits 80 Prozent erreicht werden sollen.

Die Akzeptanz des Systems ist in den letzten Monaten gewachsen; mittlerweile werden 98 Prozent der Gebinde über Rückgabeautomaten zurückgebracht. In den ersten sechs Monaten des Systems wurden etwa 880 Millionen Pfandgebinde in Verkehr gebracht und dabei 357 Millionen retourniert, was einem Anteil von 48 Prozent für Flaschen und 52 Prozent für Dosen entspricht. Die Zahlen zeigen deutlich, dass das neue Pfandsystem nicht nur zur sauberen Umwelt beiträgt, sondern auch eine signifikante wirtschaftliche Bedeutung für viele Menschen in Österreich hat.

Diese Entwicklungen sind vielversprechend und verdeutlichen das Potenzial von Pfandsystemen zur Verbesserung der Lebensqualität und des Umweltschutzes in Österreich.