Am 18. Jänner 2026 fand ein Treffen zwischen Landeshauptmann Peter Kaiser und der neuen türkischen Generalkonsulin Şükrüye Bayar in Kärnten statt. Im Mittelpunkt der Gespräche standen mögliche Kooperationen in den Bereichen Bildung, Sport und Kultur. Beide betonten die Notwendigkeit eines offenen und ehrlichen Diskurses, um nachhaltige Lösungen zu entwickeln. Bildung ist ein zentrales Thema, vor allem in Bezug auf das Konzept des lebenslangen Lernens, das in Kärnten als gelebte Praxis gilt.

Die Diskussion beinhaltete auch das geplante Vorhaben, einen Bildungs-Hub einzurichten, der personelle und finanzielle Ressourcen sowie Know-how bündelt. An diesem Hub sollen sowohl Qualifizierungs- und Ausbildungsbetriebe als auch Universitäten und Fachhochschulen teilnehmen. Dies soll die Unterstützung der Elementarbildung in Kärnten weiter stärken, wobei die Gratis-Kindergärten als Beispiel für den hohen Stellenwert dieser Bildungseinrichtung dienen.

Maßnahmen gegen Fachkräftemangel

Ein zentrales Anliegen der Gespräche ist die Bekämpfung des Fachkräftemangels und die Erhöhung der Beschäftigungschancen in der Region. Kärnten wird als ein attraktiver Arbeits-, Wirtschafts- und Lebensstandort hervorgehoben. Die Generalkonsulin Bayar, die die vierte Generation von Ausro-Türken repräsentiert, wies auf die steigenden Bildungsabschlüsse und Qualifikationen der in Österreich lebenden Türken hin. Diese Entwicklungen spiegeln sich auch in verschiedenen Kulturinitiativen und Sportvereinen wider, die den Wunsch nach gesellschaftlicher Teilhabe fördern.

In den letzten Jahren ist der Druck auf den Arbeitsmarkt in Österreich gestiegen, insbesondere durch die bevorstehenden Pensionierungen von Hunderttausenden Beschäftigten. Der österreichische Arbeitsmarkt steht vor großen Veränderungen, während gleichzeitig die Anzahl der nachrückenden jungen Menschen in Berufen mit Lehre und mittlerer Qualifikation sinkt. Ohne geeignete Maßnahmen besteht die Gefahr, dass bis 2029 eine Lücke von rund 51.000 Fachkräften entsteht. Diese TendenT wird durch Erkenntnisse von WIFO und IHS untermauert, die darauf hinweisen, dass das Nicht-Handeln ernsthafte Auswirkungen auf Arbeitsplätze, Wohlstand und gute Arbeitsbedingungen hat.

Die Rolle von Ausbildung und Weiterbildung

Die Notwendigkeit von Weiterbildung wird von verschiedenen politischen Akteuren betont. So hat beispielsweise der Bundestag eine neue Wahlperiode eingeläutet, in der der Schwerpunkt auf der Stärkung der beruflichen Ausbildung und Fachkräftesicherung liegt. Politische Initiativen fordern unter anderem den flächendeckenden Ausbau von Berufsorientierung und die Anerkennung gleichwertiger beruflicher Qualifikationen. Dies ist besonders wichtig, um Zuwanderern eine bessere Integration und Teilhabe am Arbeitsmarkt zu ermöglichen.

Die Förderung von Qualifizierungswegen ist ebenfalls von großer Bedeutung, um die soziale Herkunft weniger entscheidend zu machen und digitale Kompetenzen zu steigern. Die Bildungschancen müssen an die Bedürfnisse des modernen Arbeitsmarktes angepasst werden. Dabei geht es nicht nur um technologische Veränderungen, sondern auch um die Schaffung von Lernorten, die nachhaltige berufliche Bildung unterstützen.

Insgesamt zeigt sich, dass durch Kooperationen im Bildungsbereich, die Förderung von Weiterbildung und die Bekämpfung des Fachkräftemangels eine positive Entwicklung für Kärnten und darüber hinaus erreicht werden kann. Der Wille zur Zusammenarbeit, wie er auch von Generalkonsulin Bayar geäußert wurde, könnte ein wichtiger Schritt sein, um Brücken zwischen Österreich und der Türkei zu schlagen und gemeinsam an einer zukunftsorientierten Bildungspolitik zu arbeiten.