Am 15. Februar 2026 fand die 62. Auflage der Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) statt, die sich intensiv mit den transatlantischen Beziehungen befasste. Diesmal äußerten zahlreiche Teilnehmer ihre Zweifel an den gemeinsamen Werten und Regeln zwischen den westlichen Ländern. Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz beklagte eine wachsende „Kluft“ zwischen den USA und Europa und forderte eine Erneuerung der transatlantischen Beziehungen.
Merz, der die Eröffnungsrede hielt, stellte klar, dass Europa ein „selbsttragender Pfeiler“ der NATO werden müsse. Diese Position brachte er in einem Kontext zur Sprache, der von ever-kniffliger geopolitischer Balance geprägt war. US-Außenminister Marco Rubio bestätigte in seiner Ansprache die Bedeutung der Partnerschaft zwischen den USA und Europa und rief zur Unterstützung des Kurses von US-Präsident Donald Trump auf. Währenddessen plädierte der französische Präsident Emmanuel Macron für eine „Kauf bei Europäern“-Initiative und direkte Gespräche mit Russland über das Ende des Ukraine-Kriegs.
Transatlantische Beziehungen im Fokus
Die Konferenz stellte erneut die angespannten Beziehungen zwischen den USA und Europa in den Mittelpunkt der Diskussionen. Merz äußerte ein starkes Gefühl unter den Europäern, die sich von der amerikanischen Politik verraten fühlen. Dieses mangelnde Vertrauen ist eine Folge der scharfen Kritik des US-Vizepräsidenten J.D. Vance im Vorjahr, die zu Spannungen und Unsicherheit in den transatlantischen Beziehungen führte. Merz und andere europäische Führungspersönlichkeiten forderten daher eine unabhängige Sicherheitsstrategie für Europa.
In der Diskussion über den aktuellen russischen Angriffskrieg in der Ukraine wurde auch über die Unterstützung der ukrainischen Streitkräfte debattiert. Ukrainischer Präsident Wolodymyr Selenskyj nahm an der Konferenz teil, während die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas eine verstärkte Einbindung Europas in die Friedensbemühungen für die Ukraine einforderte. Kallas betonte, dass nachhaltiger Frieden Zugeständnisse von russischer Seite erfordere. Die Ukraine erhielt den Ewald-von-Kleist-Preis der MSC für ihren Widerstand gegen die russische Invasion, die vor fast vier Jahren begann.
Internationale Reaktionen und Korrekturen
Jens Stoltenberg, NATO-Generalsekretär, hob die Notwendigkeit hervor, eine klare Positionierung der NATO bezüglich Völkerrechtsverletzungen einzunehmen. Hillary Clinton kritisierte die Haltung von Trump zur Ukraine als „schändlich“ und forderte ein besseres Verständnis für das Leid der Ukrainer. Merz betonte, dass Deutschland sich an seine rechtlichen Verpflichtungen, einschließlich des Verbots eigener Atomwaffen, halten werde, was den Hintergrund für die transatlantische Debatte über nukleare Abschreckung bildet.
Die MSC konnte mit über tausend Teilnehmern aufwarten, darunter mehr als 60 Staats- und Regierungschefs sowie zahlreiche Außen- und Verteidigungsminister. Bemerkenswert war auch die Präsenz von Österreichs Bundeskanzler Christian Stocker, der einen stärkeren Fokus auf die Verteidigungs- und Wettbewerbsfähigkeit Europas forderte. Parallel zur MSC fand eine Protestkundgebung gegen die Führung des Iran statt, bei der rund 250.000 Teilnehmer versammelt waren.
Diese Konferenz verdeutlichte einmal mehr die Herausforderungen, vor denen die transatlantischen Beziehungen stehen. Die Notwendigkeit einer Erneuerung, sowohl in der Kommunikation als auch in der Verteidigungsstrategie, wurde von verschiedenen Akteuren während der Veranstaltung verstärkt thematisiert.