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Traditionsmodehaus Jones schließt Filialen: Über 100 Jobs in Gefahr!

Der österreichische Modehändler Jones hat heute bekannt gegeben, dass das Unternehmen nach über 50 Jahren seine 30 Filialen schließen wird. Diese Entscheidung trifft nicht nur die Hauptniederlassung auf der Wiener Landstraße, sondern betrifft auch alle anderen Geschäfte, die Jones in vier Ländern und über 100 Concession Points im gehobenen Fachhandel betreibt. Gabor Rose, Inhaber und Geschäftsführer des Traditionsunternehmens, nennt geänderte Konsumgewohnheiten und drastische Kostensteigerungen als Hauptgründe für die Schließungen.

Die Schließungen wurden von massiven Sparmaßnahmen begleitet, doch diese waren nicht ausreichend, um den Fortbestand des Unternehmens zu sichern. Rund 110 Mitarbeiter erhielten bereits Informationen über die bevorstehenden Maßnahmen, was die traurige Realität dieser Unternehmensentscheidung unterstreicht. Rose betonte, dass die existierenden Franchise-Verträge aufgelöst werden und der Lagerbestand ab April durch einen Abverkauf reduziert wird.

Perspektiven der Übernahme und Arbeitsplatzerhalt

Obwohl die Schließungen Konsequenzen für die Beschäftigten haben, gibt es einen kleinen Lichtblick: Drei internationale Marken haben Interesse geäußert, die bestehenden Jones-Geschäfte zu übernehmen. Dadurch könnten bis zu 80 Arbeitsplätze gesichert werden. Zudem werden die Zentrale auf der Wiener Landstraße und der Online-Shop bis zum Sommer weiterhin betrieben, um einen reibungslosen Übergang zu gewährleisten.

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Doris Rose, Designchefin bei Jones, bedankte sich in einer emotionalen Mitteilung bei dem Team und den Kunden für ihre jahrelange Treue. Die Schließung des Unternehmens markiert das Ende einer Ära und verdeutlicht die Herausforderungen, mit denen der stationäre Modehandel konfrontiert ist.

Änderungen im Einkaufsverhalten

Die Schließung von Jones spiegelt auch die Veränderungen im Einkaufsverhalten wider. Laut einer Studie des Gallup-Instituts, die im Auftrag des Bundesgremiums Handel mit Mode- und Freizeitartikeln der Wirtschaftskammer Österreich durchgeführt wurde, kaufen die Österreicher seit der Pandemie weniger häufig in Geschäften ein. Der Anteil der Online-Bestellungen hat deutlich zugenommen, während gleichzeitig die Unzufriedenheit mit asiatischen Onlineportalen bezüglich Qualität und Service steigt.

In den letzten 12 Monaten wurden Kleidung zu 38% im stationären Handel, zu 16% online und zu 40% sowohl in Geschäften als auch online gekauft. Diese Daten verdeutlichen, dass Verbraucher zunehmend hybride Einkaufsmodelle annehmen, insbesondere im Bereich Kleidung, Mode und Schuhe. Die Kaufhäufigkeit hat ebenfalls abgenommen; 2018 kauften 71% der Befragten mehrmals im Monat oder mindestens einmal im Quartal, während dieser Anteil bis 2024 auf 61% gesunken ist.

In einer sich verändernden Handelslandschaft fordert das Bundesgremium faire Wettbewerbsbedingungen und die Abschaffung der 150 Euro Zollfreigrenze, um den heimischen Handelsmarkt zu stärken und Arbeitsplatzverluste zu verhindern. Die Schließung von Jones ist ein weiteres Signal, das die Herausforderungen des traditionellen Einzelhandels in einer digitalen Welt unterstreicht.

Ort des Geschehens


Details zur Meldung
Was ist passiert?
Insolvenz
In welchen Regionen?
Wiener Landstraße
Genauer Ort bekannt?
Wiener Landstraße, Österreich
Ursache
geänderte Konsumgewohnheiten, Kostensteigerungen
Beste Referenz
kosmo.at
Weitere Quellen
heute.at

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