
Die Herausforderungen im österreichischen Tourismus stehen im Fokus der neuen Staatssekretärin für Energie, Startups und Tourismus, Elisabeth Zehetner-Piewald. In ihrer ersten Sitzung im Tourismusausschuss wurde deutlich, dass trotz eines Anstiegs der Nächtigungszahlen um 2,1 % im Jahr 2024 auf insgesamt 154 Millionen, die Erträge im Vergleich zu 2019 rückläufig sind. Zehetner-Piewald betonte, dass zentrale Aufgaben ihrer Amtszeit die Fachkräftesicherung, der Bürokratieabbau, die Stärkung der Tourismusakzeptanz sowie die Lenkung von Besucherströmen sein müssen.
Ein Drittel der Tourismusgäste in Österreich stammt aus dem Inland, was die Notwendigkeit einer besseren Integration regionaler Angebote verdeutlicht. Gleichzeitig wurde jedoch auch kritisiert, dass die Freigabe der Saisonkontingente für ausländische Fachkräfte zu spät erfolgte. Um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, sollen die Saisonkontingente auf 5.500 pro Jahr erhöht werden, unter anderem mit einem speziellen Kontingent für den Westbalkan. Die entsprechenden Verordnungen sollen im September erlassen werden.
Neue Ansätze für den Tourismus
Ein weiteres zentrales Anliegen der Staatssekretärin ist die Förderung von Ganzjahrestourismus, der nicht nur die Auslastung der Betriebe steigern, sondern auch helfen soll, Arbeitskräfte langfristig zu binden. In diesem Zusammenhang wurde auch über mögliche Förderungen für Auslandspraktika im Tourismus diskutiert. Ziel ist es, die Bürokratie zu reduzieren, um die Betriebe zu entlasten und die Planbarkeit zu verbessern. Zudem hebt Zehetner-Piewald hervor, wie wichtig es ist, unnötige Vorschriften abzubauen.
Eine der dringendsten Fragen betrifft die Trinkgeld-Besteuerung, die für viele Tourismusbeschäftigte von großer Bedeutung ist. Um die Attraktivität der Arbeitsplätze in diesem Sektor zu erhöhen, sind umfassende Reformen notwendig. Der internationale Vergleich zeigt, dass Österreich im Tourismus ein langsames Wachstum verzeichnet, während Regionen wie der Nahe Osten mit einer Zuwachsrate von 32 % auf sich aufmerksam machen. Für Europa beträgt das Wachstum lediglich 1 %.
Nachhaltigkeit und Klimaziele
Österreich strebt bis 2040 Klimaneutralität an, was auch für den Tourismus von Bedeutung ist. Im Rahmen des Projekts "Balanced Tourism" haben 21 Einreicher:innen auf einen Projektaufruf reagiert, aus dem 17 Projekte ausgewählt wurden, die nachhaltigen Tourismus fördern. Dies soll nicht nur dem Schutz der Umwelt dienen, sondern auch die Akzeptanz des Tourismus in den lokalen Gemeinschaften stärken und gleichzeitig die Auswirkungen des massiven Tourismus auf die Infrastruktur und die Lebensqualität vor Ort mindern.
Bei Großevents wie den Veranstaltungen in Bad Ischl wurde festgestellt, dass diese sowohl positive als auch negative Auswirkungen auf die Region haben können. So diskutieren die Abgeordneten des Tourismusausschusses intensiv über Strategien zur Lenkung der Besucherströme, um den Herausforderungen des Tourismussektors gerecht zu werden. Die Debatten zu diesen Themen sind essentiell, um zukunftsfähige Lösungen für den österreichischen Tourismus zu entwickeln. Für detailliertere Informationen über den Fachkräftemangel im Tourismus können weiterführende Analysen auf Umweltbundesamt nachgelesen werden.
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