Im Jahr 2024 wurden in Österreich 53 Fußgängerinnen und Fußgänger bei Verkehrsunfällen getötet, fünf mehr als im Jahr 2023. Darunter waren 33 Personen, die 65 Jahre oder älter waren. Diese besorgniserregenden Zahlen wurden vom Verkehrsunfallforscher VCÖ veröffentlicht, der die Informationen aus dem Innenministerium und der Statistik Austria zusammengetragen hat. Besondere Aufmerksamkeit erfordert die stark ansteigende Zahl älterer Menschen unter den Verkehrstoten, bei der die Trends auf eine verstärkte Gefährdung hinweisen.

Für 2025 werden die höchsten Zahlen in Bezug auf tödlich verletzte Fußgänger seit 2019 prognostiziert, als 69 Todesfälle verzeichnet wurden. Die niedrigste Opferzahl in den letzten zehn Jahren wurde 2021 mit nur 37 Todesfällen dokumentiert. Trotz insgesamt gesunkener Zahlen in den letzten zehn Jahren, wo 2015 noch 84 Todesfälle zu verzeichnen waren, bleibt die Zahl der verletzten Seniorinnen und Senioren alarmierend hoch.

Gefährdung von Seniorinnen und Senioren

Der VCÖ fordert umfassende Maßnahmen, um ein seniorengerechtes Verkehrssystem zu schaffen. Dazu gehören unter anderem verstärkte Verkehrsberuhigungsmaßnahmen und die Erhöhung von Tempo 30 Zonen anstelle von 50. Ältere Menschen haben aufgrund von gesundheitlichen Einschränkungen ein deutlich höheres Risiko für schwere Verletzungen oder Todesfälle bei Verkehrsunfällen. Dies wird durch Studien untermauert, die zeigen, dass im Jahr 2024 61,4 % der tödlich verunglückten Radfahrer und Fußgänger mindestens 65 Jahre alt waren. Zudem war fast jede dritte getötete Person im Auto aus dieser Altersgruppe.

Die Gründe für diese höhere Verletzlichkeit sind vielschichtig. Ältere Menschen haben oft nicht nur Veränderungen in ihren kognitiven und motorischen Fähigkeiten, sondern sind auch meist weniger aktiv im Straßenverkehr. Laut einer Analyse waren 2023 über 65-Jährige bei 68 Prozent der Verkehrsunfälle, an denen sie beteiligt waren, die Hauptverursacher. Ein hoher Anteil von 76 Prozent bei Fahrern ab 75 Jahren zeigt das zunehmende Risiko. Im Vergleich dazu lagen jüngere Fahrer unter 65 Jahren nur in 55 Prozent der Fälle in der Verantwortung.

Initiativen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit

Um die Situation zu verbessern, unterstützt das Bundesministerium für Verkehr verschiedene Maßnahmen, die sich speziell an Seniorinnen und Senioren richten. Dazu zählen unter anderem kostenfreie Veranstaltungen wie die Verkehrssicherheitstage der Deutschen Verkehrswacht, die sich mit Themen wie Abbiegeunfällen und sicherem Radfahren befassen. Das Programm „sicher mobil“ des Deutschen Verkehrssicherheitsrates fördert die Fähigkeit älterer Menschen, ihre eigenen körperlichen Einschränkungen besser einzuschätzen und geeignete Kompensationsmechanismen zu entwickeln.

Außerdem werden spezielle Trainingsprogramme angeboten, um die motorischen Fähigkeiten zu stärken. Diese beinhalten beispielsweise Schulungen über die sichere Nutzung von Rollatoren und Tipps für Radfahrer. Informationen zur sicheren Teilnahme von gehbehinderten Menschen am Straßenverkehr finden sich in umfassenden Broschüren. Diese Materialien dienen dazu, ältere Verkehrsteilnehmer in ihrer Mobilität zu unterstützen und die Verkehrssicherheit für alle Beteiligten zu erhöhen.

Insgesamt verdeutlichen die jüngsten Statistiken, dass gerade ältere Menschen einer besonderen Gefährdung im Straßenverkehr ausgesetzt sind. Der Aufruf zur Sensibilisierung und zur Schaffung eines seniorengerechten Verkehrssystems wird immer dringlicher.