Tirols Verkehrslandesrat René Zumtobel (SPÖ) hat sich in einer Pressekonferenz in Innsbruck für eine mögliche Senkung der 0,5-Promillegrenze im Straßenverkehr ausgesprochen. Diese Diskussion, die als positiv erachtet wird, hat besonders in Anbetracht der aktuellen Verkehrssicherheitslage in Österreich an Bedeutung gewonnen. Die Bilanz der Verkehrspolizei zeigt, dass die Zahl der Verkehrstoten in Tirol im Jahr 2025 auf 43 gestiegen ist, im Vergleich zu 32 im Vorjahr. Auch die Zahl der Unfälle mit Verletzten hat zugenommen und liegt nun bei 4.084, 74 mehr als im Jahr 2024.

Darüber hinaus wurden im Jahr 2025 insgesamt 4.976 Verletzte erfasst, was einen Anstieg im Vergleich zu den 4.812 Verletzten im Jahr 2024 darstellt. Laut den Informationen von oe24 bestehen die Hauptursachen für diese Unfälle in Unachtsamkeit und Ablenkung (35%) sowie überhöhter Geschwindigkeit. Diese besorgniserregenden Statistiken stehen im Gegensatz zu den Zielen der Verkehrssicherheitsstrategie, die eine Reduktion der Verkehrstoten um 50% bis 2034 anstrebt.

Alkoholkonsum und Verkehrssicherheit

Ein zentrales Thema bleibt die Bekämpfung von Alkohol und Drogen am Steuer. Im Jahr 2024 wurden in Tirol über 200.000 Alkoholtests durchgeführt, dabei wurden 3.557 Beeinträchtigungen festgestellt. Dies stellt einen Anstieg im Vergleich zu 2023 mit 3.454 Beeinträchtigungen dar. Zumtobel betont, dass sich niemand mit Alkohol am Steuer ans Steuer setzen sollte. Die aktuelle 0,5-Promillegrenze gilt auch für E-Scooter-Fahrer, wobei für bestimmte Führerscheinklassen und während der Probezeit Ausnahmen bestehen.

Das Land plant zudem eine Kampagne zur Sicherheit auf E-Bikes und E-Scootern für 2026, um die steigenden Verletzungen in diesem Bereich zu adressieren. Nur etwa 10% der E-Scooter-Fahrer tragen einen Helm, was die Gefährdung im Straßenverkehr erhöht.

Bundesweite Unfallstatistiken und Konsequenzen

Auf bundesweiter Ebene war die Situation im Jahr 2024 ebenfalls alarmierend. Laut TÜV-Verband wurden 34.700 Verkehrsunfälle unter Alkoholeinfluss registriert, was zu 17.016 Personenschäden führte. Dies stellt einen Anstieg von 8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr dar. Besonders auffällig ist, dass an Christi Himmelfahrt die meisten Alkoholunfälle verzeichnet wurden.

Die Daten zeigen, dass 39 Prozent der alkoholbedingten Unfälle von Pkw-Fahrenden verursacht wurden, während 43 Prozent auf Fahrradfahrende zurückgingen. Aufgrund dieser besorgniserregenden Statistiken fordert der TÜV-Verband eine Veränderung in der Aufklärungsarbeit über Alkohol und Mobilität, insbesondere hinsichtlich Rad- und E-Scooter-Fahrenden. Dies könnte unter anderem durch härtere Sanktionen wie höhere Bußgelder und ein lowered Promillegrenze für Verkehrsteilnehmende unterstützt werden.

Insgesamt werden diese Maßnahmen als notwendig erachtet, um die Sicherheit auf den Straßen zu erhöhen und künftige Unfälle zu verhindern. Die Diskussion über eine Senkung der Promillegrenze könnte ein Schritt in die richtige Richtung sein.