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Im Oktober letzten Jahres sorgte ein Vorfall im Tiroler Raum für Aufregung: Ein dreijähriges Mädchen verschwand aus dem Garten ihres Elternhauses. Der Schreck war groß, als der Vater des Kindes auf dem Heimweg von der Arbeit seine Nachbarin entdeckte, die die Kleine mit sich führte. Die Pensionistin musste sich nun am Dienstag vor dem Landesgericht Innsbruck wegen des Vorwurfs der Kindesentziehung verantworten. Sie beteuerte, keine bösen Absichten gehabt zu haben, und räumte ein, dass sie das Kind nicht einfach mitnehmen hätte dürfen. Laut Angaben der Richterin, die über den Fall urteilen musste, war das für eine Verurteilung jedoch nicht ausreichend. „Nicht alles, was nicht in Ordnung ist, ist strafbar“, betonte sie bei der Verkündung des Freispruchs. Sie wies darauf hin, dass die Kontrolle der Eltern über das Kind nicht entscheidend unterbrochen wurde und somit kein Nachweis für den Vorsatz der Frau erbracht werden konnte, die die Dreijährige von den Eltern trennen wollte, berichtete ORF Tirol.
Kindesanhörung bei Gericht
Zusätzlich gibt es in der Justiz auch Regelungen zur Kindesanhörung, die relevant sind, wenn es um rechtliche Streitigkeiten in der Familie geht. Bei einer solchen Anhörung, die häufig vor Gericht stattfindet, wird mit dem Kind in einem vertraulichen Rahmen gesprochen, ohne dass die Eltern oder andere Personen anwesend sind. Die Richterin oder der Richter fragt nach den Wünschen und Gefühlen des Kindes, um ein besseres Verständnis der familiären Situation zu erhalten. Es wird darauf geachtet, dass die Kinder sich nicht für einen Elternteil entscheiden müssen, sondern ihre eigenen Anliegen äußern können. Der Inhalt dieser Gespräche wird dokumentiert, um das Gericht bei einer Entscheidung zu unterstützen, erläutert Elternkonsens.
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