Im Skiweltcup steht ein bemerkenswerter Athlet im Rampenlicht: Aleksander Aamodt Kilde. Der norwegische Ski-Star wird am Samstag nicht an der Abfahrt in Kitzbühel teilnehmen, nachdem er aufgrund von Rückenproblemen kein notwendiges Training absolvieren konnte. Kilde, der die prestigeträchtige Abfahrt in Kitzbühel 2022 und 2023 gewinnen konnte, hat jedoch seinen Start im Super-G am Freitag noch offen gelassen. Diese Entscheidung folgt auf einen Rückzug von einem früheren Wettkampf in Wengen, wo er im Jänner 2024 einen schweren Sturz erlitt.
Der Sturz in Wengen war ein einschneidendes Erlebnis für Kilde, der beim Aufprall in die Fangnetze sowohl am Unterschenkel als auch an der Schulter schwer verletzt wurde. Laut Berichten von Kicker erlitt Kilde 80 % der Beinmuskulatur abgetrennt und eine komplexe Schulterverletzung, die er inzwischen als „Totalschaden“ beschreibt. Seine Rückkehr zum Weltcup Ende November 2025 war von großem persönlichem Kampf geprägt, während er sich von einer Blutvergiftung und einer schweren Schulteroperation erholte.
Der Weg zurück zum Wettkampf
Kilde, der leidenschaftlich über seine Rückkehr zum Rennsport reflektiert, beschreibt das Skifahren als Teil seiner Identität und Freiheit. „Ich dachte, ich sterbe“, erinnerte er sich an die schmerzhafte Phase seiner Rehabilitation. Zudem erlebte er, dass er bei seinem schweren Sturz mit einer leichten Grippe angetreten war, was ihm die Unterschätzung seiner körperlichen Verfassung vor Augen führte. Er hat während seiner Genesung viel Unterstützung von Psychologen und seiner Partnerin Mikaela Shiffrin erhalten.
Trotz der Herausforderungen ist Kilde optimistisch, eines Tages wieder aggressiv und konkurrenzfähig zu sein. Er hat seinen Eltern im Krankenhaus versprochen, nie wieder Abfahrt zu fahren, jedoch sieht er die Notwendigkeit, aus seinen Erfahrungen zu lernen und weiterhin Rennen zu bestreiten. Kilde fordert auch mehr Sicherheitsmaßnahmen im Ski-Weltcup, um das Risiko von Verletzungen insbesondere nach seinem Unfall zu minimieren. Die FIS hat bereits neue Sicherheitsregeln eingeführt, einschließlich der Pflicht zum Tragen von Airbags und schnittfester Unterwäsche.
Zunahme von Verletzungen im Ski-Sport
Die Notwendigkeit von Sicherheitsmaßnahmen wird auch durch die aktuell steigenden Verletzungszahlen im alpinen Skisport untermauert. Laut der Unfallanalyse 2023/2024 der Stiftung Sicherheit im Skisport (SIS) benötigten schätzungsweise 46.000 bis 48.000 Skifahrer medizinische Behandlung. Rund 7.000 davon erlitten so schwere Verletzungen, dass eine stationäre Behandlung notwendig war. Kilde ist nicht der einzige Athlet, der diese Problematik auf die Agenda bringt.
Die häufigsten Verletzungen betreffen die Kniegelenke, gefolgt von Schulter- und Kopfverletzungen. Kollisionen machen etwa ein Fünftel aller Unfälle aus, was die Bedeutung von Sicherheitsvorkehrungen auf der Piste verdeutlicht. Die SIS fördert die wissenschaftliche Erfassung von Unfallrisiken und präventive Maßnahmen im Wintersport, um die Sicherheit für alle Athleten zu erhöhen.