Am 10. Jänner 2026 fand in Anras die Bezirksausscheidung zur „Tiroler Watterkrone“ statt. Die Veranstaltung, organisiert von der Tiroler Versicherung, lockte zahlreiche Besucher und Spieler an. In einem Wettbewerb mit einem Gesamtwert von Preisen über 27.000 Euro war dies die letzte Chance für die Teilnehmer, sich für das große Finale in Innsbruck zu qualifizieren. Einheimische Zweierteams sowie Watter-Duos aus Nord- und Südtirol traten in diesem traditionellen Kartenspiel gegeneinander an. Als Hauptorganisator zeigte sich Michael Trojer erfreut über das hohe Interesse, insbesondere bei der jüngeren Generation am Watterspiel, das nicht nur Spaß, sondern auch lokale Traditionen verkörpert. Dolomitenstadt-Videoreporter Nils Klinger war vor Ort, um Stimmen der Teilnehmer einzufangen und die Atmosphäre der Veranstaltung festzuhalten. Die Vorrunden in anderen Tiroler Bezirken wurden zu früheren Terminen durchgeführt, um die besten Spieler zu ermitteln.
Das Spiel Watten, das in Bayern, Österreich, der Schweiz und Südtirol gespielt wird, hat sich über die Jahre hinweg als fester Bestandteil der österreichischen Kultur etabliert. Es wird mit 32 Karten gespielt, wobei 2 bis 4 Spieler ab 10 Jahren teilnehmen können. Ziel des Spiels ist es, mindestens drei Stiche zu machen. Besonders hoch gewertet werden die Karten Herz-König, Schellen 7 und Eichel 7, die entscheidend für den Spielverlauf sind. Die Tradition des Watterspiels reicht bis in die Zeit der napoleonischen Kriege zurück, und der Name leitet sich vom französischen Begriff „va tout“ ab. In der bayerischen Variante spielen vier Spieler in Paaren, während in Südtirol häufig eine unkritische Variante verwendet wird.
Künftige Turniere und Teilnehmer
Parallel zur Bezirksausscheidung in Anras fanden auch weitere Vorentscheidungen statt, darunter die dritte Vorentscheidung im Traditionsgasthaus „Zur schönen Aussicht“ in St. Johann. Hier waren 64 Teilnehmer anwesend, was zu einer vollen Gaststube und einer ausgelassenen Stimmung führte. Die besten acht Paare aus der Kitzbüheler Bezirksausscheidung qualifizierten sich für die Endrunde, die am 30. Jänner in Innsbruck stattfinden wird. Markus Kogler und Peter Dumm konnten sich durch ihren Sieg in der 8er-Gruppe freuen, während es für Martha Egger aus Fügenberg erneut nicht klappte. Auch Roman Thaler, Bürgermeister von Itter, und sein Sohn Raffael waren Teil des Wettbewerbs, konnten sich jedoch nicht für das Finale qualifizieren.
Die Liste der Finalisten umfasst unter anderem:
- Juliane Aschaber / Florian Schatz
- Andreas Schroll / Stefan Schroll
- Alois Prantl / Alois Schütz
- Wolfgang Aigner / Renate Lanthaler
- Stefan Windisch / Tobias Unterladstätter
- Martha Lanthaler / Gebhard Kometer
- Marco Ferchichi / Elias Gruber
Besonders erfreulich ist die Teilnahme von acht jungen Feuerwehrleuten, die das Interesse am Watterspiel weiter fördern. Gastgeber Franz und Elisabeth Grander äußerten den Wunsch, dass solche Turniere auch in Zukunft stattfinden, um die lokale Watterkultur zu beleben.