Die Diskussion um die Flugabgabe in Österreich gewinnt zunehmend an Fahrt. Heute, am 28. November 2025, fordern die Tourismuslandesräte aller Bundesländer einstimmig die vollständige Abschaffung dieser Abgabe. Der Antrag wurde während der Konferenz der Tourismusreferenten in Sölden von Tirols Landesrat Mario Gerber (ÖVP) eingebracht, begleitet von der Tourismus-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner (ÖVP) und weiteren Fachleuten.

Die österreichische Flugabgabe wurde im Jahr 2011 eingeführt und beträgt derzeit 12 Euro pro Passagier für Flüge, die in Österreich starten. Bei Flügen unter 350 Kilometer beläuft sich die Abgabe auf 30 Euro. Gerber äußerte, diese Abgabe sei „nicht mehr zeitgemäß“ und würde die Ticketpreise in Innsbruck um etwa 12 bis 15 Euro erhöhen. Ein Ziel der Abschaffung ist die Stärkung der Regionalflughäfen, die als unverzichtbare Verkehrsinfrastruktur für Wissenschaft und Tourismus angesehen werden.

Forderungen aus der Politik

Markus Achleitner, ebenfalls von der ÖVP, kritisierte die hohen Gebühren. Er betonte, dass Flughäfen wie Linz, Salzburg, Klagenfurt und Innsbruck unter der Abgabe leideten und forderte Verkehrsminister Peter Hanke (SPÖ) zum Handeln auf. Laut Achleitner könnte die Abschaffung der Abgabe „mit einem Federstrich“ beschlossen werden. Diese Einschätzung steht in starkem Kontrast zu den Gebühren in Deutschland, wo im Jahr 2024 eine Erhöhung der Abgabe geplant war, deren Rücknahme für Mitte 2026 angestrebt wird.

Bedeutende Akteure in der Branche, einschließlich Billigfliegern wie Ryanair, sprechen sich ebenfalls für die vollständige Abschaffung der Flugabgabe aus. Diese Bewegungen innerhalb der Branche stehen im Kontext einer allgemeinen Erholung des Flugverkehrs in Europa, die im Oktober 2023 einen Anstieg der Passagierzahlen verzeichnete.

Zahlen zum Luftverkehr

Aktuelle Daten zur Luftfahrt zeigen, dass im Oktober 2023 insgesamt 22,42 Millionen Passagiere die deutschen Flughäfen nutzten, was einen Anstieg von 539.000 Passagieren im Vergleich zum Vormonat bedeutet. Diese Erholung bewegt sich auf einem Niveau von 94,6 % im Vergleich zu den Zahlen von 2019. Im Oktober stieg zudem die internationale Touristiknachfrage aus Deutschland, die das Vorkrisenniveau erreichte.

  • Innerdeutscher Verkehr: 2,36 Millionen Passagiere (+39.000 im Vergleich zum September 2023)
  • Europa-Verkehr: 15,97 Millionen Passagiere (+1,8 % im Vergleich zum September)
  • Interkontinentalverkehr: Über 4,05 Millionen Passagiere (+7,2 % im Vergleich zum Vorjahr)

Zusätzlich betrug das Cargo-Aufkommen im Oktober 427.031 Tonnen, was einen Anstieg von 1,2 % im Vergleich zum Vorjahr darstellt. Diese positiven Entwicklungen erwecken die Hoffnung, dass die Abschaffung der Flugabgabe auch den Reiseverkehr in Österreich beleben könnte, während gleichzeitig die Infrastruktur der Regionalflughäfen gesichert wird.