Schockierende Missbrauchsvorwürfe gegen SOS-Kinderdorf-Gründer Gmeiner!
Hermann Gmeiner, Gründer der SOS-Kinderdörfer, sieht sich schweren Missbrauchsvorwürfen aus der Vergangenheit gegenüber.

Schockierende Missbrauchsvorwürfe gegen SOS-Kinderdorf-Gründer Gmeiner!
Hermann Gmeiner, der Gründer der international renommierten SOS-Kinderdörfer, sieht sich schweren Vorwürfen ausgesetzt. Diese beziehen sich auf mutmaßliche sexuelle Gewalt und Misshandlungen, die zwischen den 1950er- und 1980er-Jahren an mindestens acht minderjährigen Burschen verübt worden sein sollen. Die Vorwürfe stammen aus Opferschutzverfahren, die von der Organisation zwischen 2013 und 2023 durchgeführt wurden, und decken Vorfälle an vier Standorten in Österreich auf. Gmeiner, der am 23. Juni 1919 in Vorarlberg geboren wurde, gilt zu Lebzeiten als juristisch unbescholten, was sich nun in einem neuen Licht zeigen könnte. Die Betroffenen haben im Rahmen dieser Verfahren glaubhafte Schilderungen vorgelegt und erhielten Entschädigungen von bis zu 25.000 Euro sowie Therapieeinheiten.
Aktuell ermittelt die Staatsanwaltschaft Innsbruck jedoch nicht gegen Gmeiner selbst, sondern gegen einen mutmaßlichen Täter, der als ehemaliger Leiter am Standort Imst in Tirol vermutet wird. SOS-Kinderdorf hat die Vorwürfe inzwischen offiziell anerkannt und eine umfassende Neuaufstellung sowie die Einsetzung einer Reformkommission unter der Leitung von Irmgard Griss angekündigt. Diese Kommission wird die Vorfälle und die internen Strukturen der Organisation genauer unter die Lupe nehmen, um der Vergangenheit gerecht zu werden. In diesem Zusammenhang gab es in der Organisation bereits 67 Meldungen, die jedoch nicht zwangsläufig neue Verdachtsfälle darstellen.
Missbrauchsvorwürfe und interne Ermittlungen
Vor allem ein Bericht der Wochenzeitung „Falter“, veröffentlicht im September, hat die Missbrauchsdebatte angestoßen. Er bezieht sich auf Vorwürfe, die im SOS-Kinderdorf Moosburg in Kärnten geäußert wurden, und beinhaltet schwerwiegende Anschuldigungen wie Schläge, Einsperren und Nacktaufnahmen von Kindern zwischen 2008 und 2020. Ein detaillierter Bericht aus dem Jahr 2020 zu diesen Vorwürfen wurde bislang nicht öffentlich gemacht, was die Diskussion um Transparenz innerhalb der Organisation weiter anheizt. Darüber hinaus gibt es auch Berichte über Missbrauchsvorwürfe an anderen Standorten, darunter Imst und Seekirchen, die ebenfalls untersucht werden.
Die internen Recherchen zum historischen Missbrauch bei SOS-Kinderdorf wurden intensiviert, und acht intern dokumentierte Opferschutzfälle wurden im Zusammenhang mit Hermann Gmeiner entdeckt. Auch wenn es bislang keine Gerichtsurteile gibt, deuten die glaubhaften und plausiblen Schilderungen auf eine tiefere Problematik hin, die das Vertrauen in die Organisation belasten könnte. Barbara Neßler, Familiensprecherin der Grünen, fordert eine aktive Auseinandersetzung mit der Vergangenheit der Organisation und zeigt sich betroffen von den Vorfällen.
Der Gründer und das Erbe von SOS-Kinderdorf
Hermann Gmeiner gründete 1951 das erste SOS-Kinderdorf in Imst, Tirol. Seitdem ist die Organisation in rund 135 Ländern aktiv und hat Gmeiner insgesamt 146 Auszeichnungen eingebracht. Die von ihm ins Leben gerufene Hilfe sollte bedürftigen Kindern eine neue Perspektive geben, doch die aktuellen Enthüllungen werfen nun einen Schatten auf sein Erbe. Die SOS-Kinderdörfer stehen nun vor der Herausforderung, das Vertrauen ihrer Unterstützer und der Öffentlichkeit zurückzugewinnen, während sie sich der dunklen Vergangenheit stellen.
Die weiteren Entwicklungen innerhalb der Organisation bleiben abzuwarten, insbesondere im Hinblick auf die laufenden Ermittlungen und die geplante Reformkommission. Die Debatte über den Umgang mit historischem Missbrauch wird auch in Zukunft ein zentrales Thema bei SOS-Kinderdorf sein.