In Italien stehen die Ermittlungen gegen René Benko, den Gründer des Handelsunternehmens Signa, im Fokus. Ein Trentiner Untersuchungsrichter hat entschieden, dass die Anklage wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung gegen Benko aufrechterhalten wird. Dies geht aus einem Bericht von Kleine Zeitung hervor. Die Staatsanwaltschaft hatte zunächst geplant, das Verfahren gegen Benko einzustellen, doch der Richter wies den Antrag zurück und forderte die Erstellung eines Anklagesatzes innerhalb von zehn Tagen.
Die Staatsanwaltschaft wirft Benko vor, als „Anführer einer mafiaartigen kriminellen Vereinigung“ agiert zu haben. Das Ziel dieser Gruppe sei es gewesen, Konzessionen und Genehmigungen zu erlangen, um unrechtmäßige Gewinne zu erzielen. Der Unternehmer wird beschuldigt, hierbei mit einem Steuerberater und einem Unternehmer aus Rovereto zusammengearbeitet zu haben. Ursprünglich waren 77 Personen in die Ermittlungen verwickelt, von denen einige bereits entlastet wurden. Aktuell sind jedoch noch 21 Einzeldelikte im Raum, während 35 Vorbehalte als erledigt gelten. Benko selbst sind keine Einzelvorwürfe zur Last gelegt worden, und sein Anwalt, Norbert Wess, kritisierte die Entscheidung des Gerichts als „im höchsten Maße ungewöhnlich.“
Die Auswirkungen auf die Kriminalitätslage in Italien
Im Kontext der aktuellen Entwicklungen ist die allgemeine Kriminalitätslage in Italien ebenfalls besorgniserregend. Laut dem Kriminalitätsindex 2024 des „Sole 24 Ore“ sind Mailand, Rom und Florenz als die unsichersten Städte Italiens identifiziert worden. Im Vergleich zu den Vorjahren verzeichnet Italien einen Anstieg der Beschwerden um 3,8 % im Bereich von Gewaltverbrechen. In Mailand ist die Situation besonders kritisch: Hier wurden über 7 Straftaten pro 100 Einwohner im Jahr 2023 gemeldet, ein Anstieg von 4,9 % im Vergleich zur Zeit vor der Pandemie.
Die Hauptstadt Rom sieht einen Anstieg der Anzeigen um 16,7 % im Vergleich zu 2019 und 11 % im Vergleich zu 2022. Auch Florenz ist betroffen, wo die Straßendiebstähle um 56 % im Vergleich zum Vorjahr gestiegen sind, was teilweise auf den erhöhten Touristenstrom zurückzuführen ist. Insgesamt wurden in den 14 größten Städten Italiens 30 % der Straftaten im Jahr 2023 registriert, mit Mailand und Rom als Hauptverursachern, die 15 % der Gesamtzahlen ausmachten.
Die Top 10 der unsichersten Provinzen
| Platz | Provinz |
|---|---|
| 1 | Florenz |
| 2 | Rimini |
| 3 | Turin |
| 4 | Bologna |
| 5 | Prato |
| 6 | Imperia |
| 7 | Livorno |
| 8 | Neapel |
| 9 | Venedig |
| 10 | Treviso |
Die sichersten Provinzen hingegen sind Oristano, Potenza und Treviso, die deutlich geringere Beschwerdezahlen aufweisen. Die erschreckenden Statistiken verdeutlichen die Herausforderungen, vor denen Italien steht, insbesondere im Hinblick auf die Aufklärung und Bekämpfung von Kriminalität. Die derzeitigen Entwicklungen rund um die Anklage gegen Benko werfen ein weiteres Licht auf die Komplexität der rechtlichen und gesellschaftlichen Situation in Italien. Weitere Details dazu sind in einem umfassenden Artikel von ORF Tirol zu finden.