Im Seefelder Skigebiet Gschwandtkopf in Tirol ereigneten sich kürzlich zwei schwere Unfälle, die das Bewusstsein für Sicherheitsmaßnahmen im Wintersport schärfen. Ein 69-jähriger Skifahrer aus den Niederlanden stürzte beim Einsteigen in einen Sessellift. Der Vorfall geschah am Montag kurz vor 12 Uhr. Schwierigkeiten beim Einstieg führten dazu, dass der Mann in eine etwa einen Meter tiefe Grube fiel, was zu einer Handgelenkfraktur führte. Das Liftpersonal stoppte daraufhin den Lift und leistete sofort Erste Hilfe. Der Verletzte wurde anschließend mit der Rettung ins Krankenhaus gebracht, wie krone.at berichtet.

Ein weiterer schwerer Unfall geschah kurz darauf. Ein 66-jähriger Tourengeher aus Deutschland stürzte gegen 11:45 Uhr während der Abfahrt auf Tourenskiern. Offenbar übersah er einen Kunstschneehügel, der für die Pistenpräparation aufgeschichtet worden war. Bei diesem Sturz überschlug sich der Mann mehrfach und zog sich schwerste Verletzungen zu. Zwei nachfolgende Tourengeher, die den Unfall beobachteten, leiteten umgehend die Rettungskette ein und leisteten Erste Hilfe, bis der Notarzthubschrauber eintraf. Ein Alpinpolizist und zwei Mitglieder der Bergrettung Seefeld unterstützten die Rettungsmaßnahmen, doch trotz intensiver medizinischer Behandlung verstarb der 66-Jährige am Vormittag des 2. Dezember 2024. Dies demonstriert die Gefahren, die in gesperrten Skigebieten lauern, insbesondere durch nicht markierte Hindernisse wie Kunstschneehügel, wie alpin.de feststellt.

Sicherheitsaspekte im Wintersport

Die jüngsten Vorfälle unterstreichen die bedeutenden Sicherheitsrisiken im alpinen Skisport, die auch durch eine aktuelle Unfallanalyse der Stiftung Sicherheit im Skisport (SIS) hervorgehoben werden. Diese zeigt einen Anstieg der Verletzungen im alpinen Skisport nach der Pandemie. Schätzungen zufolge benötigten etwa 46.000 bis 48.000 Skifahrerinnen und Skifahrer medizinische Behandlung, wobei rund 7.000 von ihnen so schwer verletzt waren, dass eine stationäre Behandlung erforderlich war.

Die häufigsten Verletzungen betreffen das Kniegelenk, während Schulter- und Kopfverletzungen ebenfalls häufig vorkommen. Besonders bei Frauen sind Knieverletzungen verbreitet, während Männer eher Schulterverletzungen erleiden. Ein Fünftel aller Unfälle ist auf Kollisionen mit anderen Personen oder Hindernissen zurückzuführen. Beim Snowboarden sind hauptsächlich die oberen Extremitäten, insbesondere Handgelenk und Unterarm betroffen. Sicherheit auf der Piste erfordert daher gute Vorbereitung, darunter gewartete Ski und Snowboards, korrekt eingestellte Bindungen, geprüfte Helme und funktionale Kleidung, wie sicherheit.sport betont.

Die FIS-Verhaltensregeln für sicheres Verhalten im Wintersport beinhalten unter anderem Rücksichtnahme, angepasste Geschwindigkeiten, sorgfältige Wahl der Fahrspur sowie die Einhaltung von Zeichen und die Pflicht zur Hilfeleistung bei Unfällen. Diese Regeln sollten von allen Wintersportlerinnen und Wintersportlern strikt befolgt werden, um das Risiko von Verletzungen zu vermindern.

Die Vorfälle in Seefeld und die damit verbundenen Sicherheitswarnungen mahnen zu einer besseren Vorbereitung und Rücksichtnahme beim Wintersport. Nur so kann das Verletzungsrisiko gesenkt und die Sicherheit auf den Pisten erhöht werden.