Am 4. Februar 2026 wurde von den zuständigen Behörden eine erhebliche Lawinengefahr im südwestlichen Osttirol festgestellt. Die Lawinengefahrenstufe liegt aktuell bei 4, was große Lawinengefahr ab 1.800 Höhenmetern bedeutet. Betroffen sind vor allem die Gebiete des Karnischen Kamms, der Lienzer Dolomiten und der Deferegger Alpen. Ursache für diese gefährlichen Bedingungen sind die aktuellen Schneefälle kombiniert mit einem schwachen Schneedeckenaufbau, wie Dolomitenstadt berichtet.
In anderen Regionen Osttirols, sowie entlang des Alpenhauptkamms, gilt vorerst eine Gefahrenstufe von 3, was erhebliche Gefahr anzeigt. Angesichts dieser Risiken wird Skitourengehern und Wintersportlern dringend geraten, nur in mäßig steilem Gelände unterwegs zu sein. Die Kombination aus frischem Neuschnee und einer instabilen Schneedecke erhöht das Risiko, dass insbesondere ungeübte Wintersportler Lawinen auslösen können. Auch Fernauslösungen sind weiterhin möglich.
Warnungen und Empfehlungen
Die Warnung vor großer Lawinengefahr richtet sich insbesondere an Wintersportler, die die höheren Lagen besuchen wollen. Die zuständigen Behörden betonen die Notwendigkeit, sich über die aktuellen Bedingungen und Warnungen zu informieren. Wie tirol.orf berichtet, sollten Skitourengeher ihr Verhalten an die gegebenen Bedingungen anpassen.
In Gebieten mit Stufe 4 besteht die Möglichkeit, dass große Lawinen abgehen, weshalb Sicherheitsvorkehrungen unumgänglich sind. Es wird empfohlen, „Negativlawinen“ – also Lawinenabgänge ohne Personenschaden – der Leitstelle Tirol zu melden. Hierzu stehen verschiedene Meldemöglichkeiten, wie der Notruf 144 oder die SOS-EU-Alp-App, zur Verfügung. Außerdem ist der tägliche Lawinenreport, der um 17.00 Uhr online verfügbar ist, eine wertvolle Informationsquelle für alle, die in den betroffenen Regionen aktiv sein möchten.
Risiken und Kenntnisse für Wintersportler
Für diejenigen, die abseits der präparierten Pisten unterwegs sind, gelte besondere Vorsicht. Dr. Stefan Winter, ein erfahrener Berg- und Skiführer, erläutert, dass jährlich etwa 100 Menschen bei Lawinenunfällen in den europäischen Alpen sterben. Besonders gefährlich sind Hänge mit einer Neigung von über 30 Grad. Bei einem Lawinenabgang ist die Überlebenszeit im Schnitt auf 10 bis 15 Minuten limitiert, weshalb eine schnelle Bergung entscheidend ist. Dies verdeutlicht die Wichtigkeit einer guten Vorbereitung und der Nutzung von Lawinen-Notfall-Ausrüstung, zu der ein Suchgerät, eine Sonde und eine Schaufel gehören, wie Apotheken-Umschau unterstreicht.
Ein Lawinen-Airbag kann die Überlebenschancen im Falle eines Abgangs erheblich erhöhen. Diese Systeme sind jedoch kostspielig und verringern nicht das Risiko, in eine Lawinenlage zu geraten. Anfänger sollten die Länge ihrer Touren stets realistisch einschätzen und nicht alleine gehen.