Am 22. Jänner 2026 kam es in Wien zu einer massiven Protestaktion der Taxifahrer, die das Stadtbild nachhaltig prägte. Rund 800 Taxis fuhren ab dem Nachmittag durch die Straßen und sorgten für erhebliche Verkehrsbehinderungen, insbesondere in den ersten beiden Bezirken. Die Demonstration, unter dem Titel „Schwierige Situation der Taxiunternehmen“, richtete sich gegen die Konkurrenz von internationalen Plattformen wie Uber und Bolt, die den Markt durch niedrigere Preise und weniger regulatorische Auflagen verzerrten. Autofahrer mussten zwischen 16:00 und 18:00 Uhr mit Verzögerungen rechnen, während sich Staus auf der Wagramer Straße und der Lassallestraße abzeichneten. Auch der Praterstern, die Untere Donaustraße und der Ring wurden stark belastet.
Die Protestierenden forderten eine faire Behandlung im Wettbewerb und brachten auf diese Weise die Herausforderungen zur Sprache, mit denen die Taxiunternehmen konfrontiert sind. Der Protest war nicht der erste dieser Art; im vergangenen Herbst versammelten sich bereits 2.000 Fahrgäste, um ihre Anliegen zu kommunizieren. FürTaxiunternehmer wird es zunehmend herausfordernd, sich auf emissionsarme Fahrzeuge umzustellen, da ab Anfang 2025 neue Taxikonzessionen in Wien ausschließlich für Elektrofahrzeuge vergeben werden.
Probleme der Elektro-Mobilität
Trotz des wachsenden Interesses an Elektrofahrzeugen sind die Hürden für viele Taxiunternehmer nach wie vor erheblich. Bis Ende 2025 wurden lediglich rund 350 neue Taxis zugelassen, während es im Vorjahr über 1.000 waren. Von den ca. 8.100 registrierten Taxis in Wien sind etwa zwei Drittel Hybrid und rund 575 rein elektrisch. Die hohen Anschaffungskosten für Elektrofahrzeuge sowie die unzureichende Ladeinfrastruktur stellen zentrale Probleme dar. Viele Unternehmer haben keinen Zugang zu privaten Ladeplätzen und sind auf öffentliche Ladepunkte angewiesen.
Aktuell gibt es etwa 170 Schnellladestandorte mit rund 550 Ladepunkten, was eine Verdopplung gegenüber dem Vorjahr darstellt. Dennoch klagen Fahrer über lange Ladezeiten und die mangelnde Planbarkeit, da verbindliche Reservierungen für Ladepunkte in Österreich unmöglich sind.
Die Rolle von Uber und aktuelle Trends
Der Mobilitätsbereich hat sich in den letzten Jahren erheblich verändert. Uber berichtet, dass sie in Deutschland nur mit lizenzierten Taxi- und Mietwagenunternehmen zusammenarbeiten, und nicht mit Privatpersonen. Die Fahrer sind sozialversicherungspflichtig und verdienen mindestens den gesetzlichen Mindestlohn. Uber hat sich verpflichtet, bis 2040 eine emissionsfreie Plattform zu werden und hat Pilotprojekte zur Verbesserung der Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr gestartet.
In der Taxi-Branche wird E-Mobilität bis 2025 zum Standard, wobei Elektro-Taxis zunehmend Verbrenner ersetzen. Neben der E-Mobilität kommen auch Technologien wie künstliche Intelligenz zum Einsatz, um Taxirouten in Echtzeit zu optimieren. Digitalisierung ist ebenfalls ein Trend, der durch Buchungs-Apps unterstützt wird, was die Bestellung und Bezahlung für die Fahrgäste angenehmer gestaltet. Flexible Preisgestaltung mit Vorab-Festpreisen wird als zukunftsweisend angesehen, und Kooperationen mit digitalen Plattformen wie Uber können Synergien schaffen und die Wettbewerbsfähigkeit der Taxiunternehmen stärken.
Die Diskussion um die Regulierung und die zukünftigen Rahmenbedingungen für die Mobilität ist damit aktueller denn je. Eine angemessene Berücksichtigung der digitalen Vermittlungsapps wird als essentiell für eine nachhaltige Entwicklung des Mobilitätssektors erachtet.