Swarovski befindet sich inmitten eines umfassenden Umstrukturierungsprozesses, der die Streichung von 400 Arbeitsplätzen am Hauptsitz in Wattens vorsieht. Aktuell müssen weniger als 80 Mitarbeiter aktiv gekündigt werden. Diese Maßnahme ist Teil eines Plans, der bereits im November angekündigt wurde. Der Grund für den Stellenabbau sind vielfältige wirtschaftliche Herausforderungen, die das Unternehmen belasten. Dazu zählen ein schwächelndes B2B-Geschäft, hohe Lohn-, Energie- und Rohstoffkosten sowie die unvorhersehbare Zollpolitik der USA. Am Dienstag werden die betroffenen Mitarbeiter informiert, und es wurde ein Sozialplan entwickelt, der den entlassenen Mitarbeitern zwischen zwei und sieben Monatsgehältern sowie 11.000 Euro für eine Arbeitsstiftung bietet. Dieser Sozialplan ist bis Ende 2027 gültig und ermöglicht es den Betroffenen, ihr Arbeitsverhältnis in diesem Zeitraum aufzulösen.

Der Personalabbau erfolgt nicht nur durch Kündigungen, sondern auch durch Pensionierungen und freiwillige Abgänge. Von den insgesamt 2.480 Mitarbeitern in Wattens soll die Zahl bis auf etwa 2.100 sinken, was einen erheblichen Rückgang bedeutet. Bereits in der Vergangenheit gab es 2020 einen größeren Stellenabbau, bei dem 1.200 Angestellte betroffen waren. Führungskräfte und die Belegschaft wurden bereits über die Situation informiert. Der Generalmanager Jerome Dandrieux äußerte, dass die genaue Zahl der Kündigungen noch nicht festgelegt werden könne, da sie von den freiwilligen Abgängen abhänge. Die Betriebsratschefin Selina Eder gab an, dass der Stellenabbau nicht zu verhindern war und dass der Betriebsrat nun Vorschläge zur Umsatzsteigerung an die Unternehmensführung unterbreiten will.

Herausforderungen und Investitionsstrategien

Obwohl Swarovski mit verschiedenen internen und externen Herausforderungen zu kämpfen hat, plant das Unternehmen, rund 150 Millionen Euro in den Standort Wattens zu investieren. Dieser Investitionsschritt ist Teil der LUXignite-Strategie von Swarovski, die darauf abzielt, den Standort auch in schwierigen Zeiten zu stärken und zukunftsfähig zu machen. Trotz der aktuellen schwierigen Lage im Luxusmarkt gibt es auch Anzeichen für Stabilität und Wachstum. Der Umsatz von Swarovski stieg im Geschäftsjahr 2024 von 1,8 auf 1,9 Milliarden Euro, was darauf hindeutet, dass das Unternehmen anscheinend in der Lage ist, sich in einem herausfordernden Marktumfeld zu behaupten.

Entsprechend der Marktentwicklung wird 2025 ein starkes Wachstum im Luxussegment vorausgesagt, trotz globaler Unsicherheiten und wirtschaftlicher Schwankungen. Der Umsatz mit Luxusgütern erreichte 2024 über 360 Milliarden Euro, wobei prominente Marken wie LVMH und Richemont stabile oder sogar steigende Wachstumsraten verzeichnen. Der Fokus bei Kunden könnte sich von einem reinen Statussymbol hin zu einer langfristigen Investition verschieben, was Schmuck und exklusive Mode als wertstabile Produkte auszeichnet. Insbesondere der asiatische Markt bleibt ein entscheidender Faktor für das Wachstum im Luxussegment.

Diese Entwicklungen zeigen, dass trotz der internen Schwierigkeiten bei Swarovski und der nötigen Neuausrichtung das Unternehmen in einem insgesamt robusten und wachsenden Markt agiert. Der Luxusmarkt bleibt ein bedeutender Sektor, der sich voraussichtlich kontinuierlich weiterentwickeln wird, was auch für Swarovski Chancen bieten könnte, diese herausfordernde Phase zu meistern.