
Am 4. April 2025 wird die Kunsthalle Krems zur ersten musealen Anlaufstelle in Österreich für die bedeutende US-amerikanische Künstlerin Susan Rothenberg. Diese Einzelausstellung widmet sich ihrem vielseitigen Werk und markiert nicht nur einen wichtigen kulturellen Moment, sondern auch den Auftakt der Feierlichkeiten zum 30-jährigen Bestehen der Kunsthalle Krems. In den Räumlichkeiten sind vom 5. April bis zum 2. November insgesamt 31 Werke aus fünf Jahrzehnten zu bewundern, die einen umfassenden Einblick in Rothenbergs künstlerische Entwicklung geben.
Susan Rothenberg, die von 1945 bis 2020 lebte, gilt als eine Pionierin des Neoexpressionismus. Ihre Kunst trug entscheidend zur Wiederbelebung der figurativen Malerei in den 1970er- und 1980er-Jahren bei und wird als bedeutender Bestandteil der modernen Malerei angesehen. Florian Steininger, der künstlerische Direktor der Kunsthalle, hebt hervor, wie stark Rothenbergs Werke von dynamischen Pinselstrichen und emotionaler Intensität geprägt sind. Die Ausstellung umfasst sowohl ihre frühen Pferdebilder als auch Arbeiten mit menschlichen Figuren und Bewegungsstudien, die in den 1980er-Jahren entstanden sind. Besonders hervorzuheben sind ihre „Horse Paintings“, die einen prähistorischen Charakter aufweisen und 1974 erstmals gezeigt wurden.
Vielfältiges Werk im Fokus
Die ausgestellten Werke lassen sich in verschiedene Schaffensphasen unterteilen. Rothenberg begann in den 1970ern mit minimalistischen Pferdebildern und entwickelte sich schnell zu intensiven neoexpressionistischen Arbeiten in den 1980ern. Diese Werke zeigen nicht nur dynamische, figurative Darstellungen, sondern auch eine starke Verbindung zu Natur- und Tiermotiven, die während ihrer Zeit auf einer Pferderanch in New Mexico entstanden. Dort lebte sie gemeinsam mit ihrem Mann, dem Künstler Bruce Nauman, und gewann zunehmend Inspiration aus der Tierwelt und den Landschaften der Region.
Zu ihren späten Arbeiten gehören faszinierende Bilder von Marionetten und realistisch-malerische Darstellungen von Tieren, deren Ausdrucksstärke raffinierte technische Fähigkeiten demonstriert. Diese Werke reflektieren nicht nur Rothenbergs künstlerische Evolution, sondern auch ihre tiefen Verbindungen zur Natur.
Ein bedeutendes Kunstereignis
Die Ausstellung in der Kunsthalle Krems ist nicht nur eine Hommage an Rothenbergs Leben und Werk, sondern auch ein wichtiger Bestandteil des Jubiläumsjahres der Institution, die am 31. März 1995 eröffnet wurde und seither über 240 Ausstellungen durchgeführt hat. Im Rahmen des Jubiläums wird ein umfangreiches Begleit- und Rahmenprogramm angeboten. Rothenberg hätte im Jahr 2025 ihren 80. Geburtstag gefeiert, was dieser Retrospektive zusätzlichen emotionalen Wert verleiht.
Mit Leihgaben aus renommierten Institutionen wie der Hall Art Foundation, dem Whitney Museum of American Art und dem Stedelijk Museum in Amsterdam wird die Relevanz und den Einfluss von Rothenbergs Werk auf die zeitgenössische Kunst deutlich. Die Kunsthalle Krems würdigt somit nicht nur die Künstlerin, sondern auch die Kunstszene im Allgemeinen, die in Österreich über eine Vielzahl begabter Künstlerinnen und Künstler verfügt, die das kulturelle Erbe des Landes bereichern, wie auf 50plus beschrieben wird.
Für Kunstliebhaber und alle, die sich für die Entwicklung der modernen Malerei interessieren, verspricht die Ausstellung eine fesselnde Reise durch das Leben und Schaffen einer der einflussreichsten Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts.
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