Am Sonntag wurde der für den Weltcup-Super-G der Frauen in Zauchensee angesetzte Wettkampf abgesagt. Bis zu 40 Zentimeter Neuschnee fielen in der Nacht, was die Bedingungen für die Athletinnen untragbar machte. Der Hauptorganisator Michael Walchhofer betonte, dass die Sicherheit oberste Priorität habe, insbesondere in einer Olympiasaison. Die Entscheidung zur Absage wurde vor 8 Uhr getroffen, nachdem die FIS und die Veranstalter die aktuellen Wetterbedingungen überprüften. Damit wird der nächste Wettkampf im Frauen-Weltcup am Dienstag mit einem Nachtslalom in Flachau stattfinden, wie Kleine Zeitung berichtet.

Der Österreichische Skiverband (ÖSV) äußerte bedauernd, dass trotz eines enormen Arbeitsaufwands der Pistencrews, das Sicherheitsniveau nach dem starken Schneefall nicht gegeben war. Cornelia Hütter, eine Athletin des ÖSV, war überrascht über die frühe Absage, da die Athletinnen noch nicht einmal draußen waren, um die Bedingungen zu prüfen. Währenddessen wurde die Abfahrt am Samstag mit einer Siegerzeit von 1:06,24 Minuten dennoch durchgeführt, obwohl das Wetter weiterhin stürmisch war. Die Absage des Super-G kam ausgerechnet nach einem enttäuschenden Ergebnis für die österreichischen Skifahrerinnen in der Abfahrt, wie von Vienna.at berichtet.

Sicherheit und Verletzungsrisiken im Ski-Alpin

In einer Situation wie der Absage des Super-G wird die Diskussion über Sicherheit im Skisport besonders relevant. Die Unfallanalyse der Stiftung Sicherheit im Skisport (SIS) für die Saison 2023/2024 zeigt einen besorgniserregenden Anstieg von Verletzungen im alpinen Skisport, insbesondere nach der Pandemie. Schätzungen zufolge benötigten zwischen 46.000 und 48.000 Skifahrer*innen medizinische Behandlung, wobei rund 7.000 schwere Verletzungen erlitten, die eine stationäre Behandlung erforderlich machten. Knieverletzungen machen den größten Teil dieser Verletzungen aus und treten bei Frauen signifikant häufiger auf, während Männer überproportional von Schulterverletzungen betroffen sind, wie auf Sicherheit.sport vermerkt.

Die SIS betont die Notwendigkeit einer guten Vorbereitung auf der Piste, um das Verletzungsrisiko zu minimieren. Dabei sind gewartete Skiausrüstungen, korrekt eingestellte Bindungen und funktionale Kleidung entscheidend. Zudem gibt es Verhaltensregeln der FIS, die ein sicheres Verhalten im Wintersport fördern: Rücksichtnahme auf andere Skifahrer*innen, Kontrolle der Geschwindigkeit, sicheres Überholen und die Beachtung von Markierungen gehören dazu. In Anbetracht der hohen Risiken erweist sich die Absage des Super-G als sinnvolle Maßnahme zum Schutz der Athletinnen.

Besonders bedauerlich ist der Ausfall von Magdalena Egger, die sich nach einem Sturz eine schwere Knieverletzung zugezogen hat und für die restliche Saison ausfällt. Dies zeigt, wie ernst die Sicherheitslage im Ski-Alpin ist und warum Vorsichtsmaßnahmen immer oberste Priorität haben müssen.