Der österreichische Film „Mädchen Mädchen“ sorgt für Aufsehen, da er mit einer staatlichen Förderungsunterstützung von 2,5 Millionen Euro bedacht wurde, was 35% der Gesamtproduktionskosten ausmacht. Der Film behandelt Themen wie Orgasmus und Vaginalpilz und folgt der Geschichte von drei jungen Frauen, die ihren ersten Orgasmus erleben wollen. Eine der Protagonistinnen erleidet jedoch anstelle eines Orgasmus einen Vaginalpilz. In parlamentarischen Anfragen wurde die kulturelle Relevanz des Films diskutiert, während das Ministerium bestätigte, dass diese Förderung im Rahmen der Standortförderung ÖFI+ erfolgte, ohne jedoch eine inhaltliche Bewertung abzugeben. Die Förderung des Films wurde als Teil der staatlichen Filmförderung in Höhe von jährlich über 36 Millionen Euro beschlossen.
Für das Jahr 2025 sind im Bundesvoranschlag sogar 21 Millionen Euro für das ÖFI Classic und 37,5 Millionen Euro für die Standortförderung ÖFI+ vorgesehen. Zudem kann das Österreichische Filminstitut auf Rücklagen von bis zu 6,8 Millionen Euro zugreifen. Laut Filmförderungsgesetz muss das ÖFI Filme mit „kulturellem Inhalt“ fördern, dessen Definition jedoch unklar bleibt. In diesem Zusammenhang erhielt der Film 66 von geforderten 51 Punkten im kulturellen Eigenschaftstest.
Filmförderung in Österreich
Die Abteilung für Kunst und Kultur des Bundesministeriums fördert nicht nur innovative Filmvorhaben im Spiel-, Dokumentar-, Animations- und Experimentalfilm, sondern engagiert sich auch für die Förderung des Filmnachwuchses und einzelner Filmschaffender. Dazu gehören Stipendien, Spezialprogramme und Preise, während filmkulturelle Institutionen wie Filmfestivals und Programmkinos ebenso unterstützt werden. Die aktuellen Richtlinien für die Gewährung von Förderungen nach dem Kunstförderungsgesetz, die am 1. Juli 2025 in Kraft treten, werden die Vergabe von Zuschüssen zu beantragten Vorhaben regulieren.
Eine der grundlegenden Neuerungen im Filmförderungsgesetz ist die Einführung von Begriffen wie „Wettbewerbsfähigkeit“ und „ökologisch nachhaltige Filmproduktion“. Auch Ziele zur Chancengleichheit aller Geschlechter im Filmschaffen wurden festgelegt. Die Entwicklungen in diesem Bereich zeigen einen klaren Fokus auf Gender Mainstreaming und europäische Vorgaben, auf die das Ministerium in Bezug auf Gender- und LGBTIQ-Themen verweist.
Fazit zur Förderung kontroverser Themen
Der Film „Mädchen Mädchen“ steht exemplarisch für die laufende Diskussion um die kulturelle Relevanz und die Inhaltsbewertung geförderter Filme in Österreich. Das Ministerium hebt hervor, dass ohne spezifische inhaltliche Bewertungen gefördert wird, was nicht nur die Produktionen, sondern auch die öffentliche Wahrnehmung der Filmförderung beeinflusst. Angesichts der steigenden Förderung und der Diskussion um kulturelle Inhalte in der Filmlandschaft bleibt abzuwarten, wie sich diese Praktiken in Zukunft entwickeln werden.