Der Bildungsausschuss in Wien hat heute, am 19. Jänner 2026, eine weitreichende Entscheidung getroffen, die die Bildungslandschaft in Österreich nachhaltig verändern könnte. Die Verpflichtung zur Teilnahme an Sommerschulen für Jugendliche in Förderklassen wurde beschlossen. Dies geschieht im Rahmen einer Sammelnovelle, die auch andere gesetzliche Anpassungen im Schulbereich umfasst. Die Umsetzung für die Deutschförderklassen wird bereits ab den großen Ferien in diesem Sommer erfolgen, während Deutschförderkurse erst im Sommer 2027 verpflichtend werden sollen. Kleine Zeitung berichtet, dass diese Maßnahme von allen Fraktionen des Ausschusses außer der FPÖ unterstützt wurde.
Bildungsminister Christoph Wiederkehr hebt hervor, dass die Maßnahmen zur Verbesserung der Deutschkenntnisse für junge Menschen notwendig sind und mehr Schulautonomie bei der Deutschförderung sein soll. Die neuen Regelungen sollen es Schulen erlauben, ihre Lehrpläne eigenständig anzupassen, um besser auf die Bedürfnisse ihrer Schüler eingehen zu können. Der Gesetzesentwurf zur Bildungsinvestition zielt darauf ab, die Abrufbarkeit von Mitteln für ganztägige Schulformen zu erleichtern, um auch während der gesamten Schulzeit eine bessere Fördermöglichkeit zu gewährleisten.
Die Rolle der Sprachförderung
Die Bedeutung von Sprachfähigkeiten für den Bildungserfolg und die gesellschaftliche Teilhabe wird immer mehr erkannt. Studien zeigen, dass viele Kinder und Jugendliche in Deutschland und auch in Österreich nicht über die erforderlichen Sprach-, Lese- und Schreibkompetenzen verfügen, die für ein erfolgreiches Erwachsenenleben notwendig sind. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat bereits verschiedene Programme aufgesetzt, um die Sprachförderung zu optimieren und unterstützt Initiativen, die frühzeitige Sprachförderung in Kitas und Schulen ermöglichen, um Chancengerechtigkeit zu gewährleisten. BMBF verdeutlicht, dass über 90% der Kinder zwischen drei und sechs Jahren eine Kita oder einen Kindergarten besuchen, was einen idealen Zeitpunkt für die Förderung darstellt.
Um die Schulen finanziell zu entlasten und weiterhin gute Bildungsangebote zu schaffen, werden im Bildungsinvestitionsgesetz auch Änderungen zur Inflationsanpassung und zur Übertragbarkeit von Geldern auf nachfolgende Kalenderjahre implementiert. Diese Maßnahmen sollen dazu beitragen, dass Schulen flexibler in der Finanzierung ihrer Projekte agieren können, um den Bedürfnissen der Schüler gerecht zu werden.
Die Beleg-Lotterie als Anreiz
Ein weiteres zentrales Thema der heutigen Sitzung des Bildungsausschusses war die Einführung einer Beleg-Lotterie. Diese soll die Bevölkerung dazu motivieren, Rechnungen zu verlangen und eröffnet monatlich 100 Teilnehmern die Chance auf einen Gewinn von jeweils 2.500 Euro. Darüber hinaus hat der Finanzminister die Möglichkeit, zweimal jährlich eine Bonusauswahl von insgesamt 250.000 Euro festzulegen. Diese Initiative wird bis Ende 2029 fortgeführt und soll zur Bekämpfung der Teuerung in Österreich beitragen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die heutigen Beschlüsse sowohl die Sprachförderung im Bildungssystem stärken als auch neue Anreize für die Bevölkerung schaffen wollen. Während die FPÖ bei mehreren Punkten Vorbehalte anmeldete und sich beispielsweise gegen das Kopftuchverbot für Lehrerinnen aussprach, sieht die übrige Mehrheit der Fraktionen die neuen Regelungen als Fortschritt für das Bildungssystem in Österreich an.