
Der polnische Skisprungverband hat sich in einer wichtigen Personalentscheidung entschieden: Thomas Thurnbichler wird kommende Saison nicht mehr als Cheftrainer des skispringenden Nationalteams tätig sein. Diese Entscheidung folgt auf die scharfe Kritik des ehemaligen Athleten Dawid Kubacki, der Thurnbichlers Umgang mit den Sportlern, insbesondere Kamil Stoch, bemängelte. Kubacki betonte, dass das Verhalten des Trainers an ein "Verbrechen" grenze, was eine hitzige öffentliche Diskussion auslöste. Während Thurnbichler gelassen auf die Vorwürfe reagierte, konnte er dennoch nicht die vehemente Unruhe in der Mannschaft leugnen, die während seiner zweieinhalbjährigen Amtszeit herrschte.
In seinen kritischen Äußerungen verwies Kubacki auf die problematischen Beziehungen zwischen Thurnbichler und dem dreifachen Olympiasieger Kamil Stoch. Dieser habe sich in letzter Zeit für individuelles Training entschieden, was zu Spannungen im Team führte. Kubacki erklärte, Thurnbichler mache Stoch das Leben schwer und ließ auch andere Athleten im Stich, was das Teamgefüge erheblich belastete. Die Situation war so angespannt, dass der polnische Skiverband vor dem Weltcup-Finale in Planica die Notwendigkeit sah, sich von Thurnbichler zu trennen. Die Nachfolge hat Maciej Maciusiak übernommen.
Kritik und Trainerwechsel folgen auf enttäuschende Saison
Die Entscheidung, Thurnbichler zu entlassen, kam nicht ohne Anlass. Die 73. Vierschanzentournee verlief für die polnischen Skispringer enttäuschend. Adam Malysz, Präsident des polnischen Skiverbands, äußerte sich nach dem Auftakt in Obersdorf über die ernüchternde Lage und bezeichnete die Vorstellung als „Trauerspiel“. Während Pawel Wasek als einziger Lichtblick für das Team auf Position 11 in der Gesamtwertung landete, verloren die anderen Athleten, darunter Jakub Wolny, Piotr Zyla und Dawid Kubacki, den Anschluss an die Spitze. Erste Forderungen nach einem Trainerwechsel wurden laut, was schließlich zur Entlassung Thurnbichlers führte.
Skisprung-Experte Szymon Lozynski kritisierte Thurnbichlers Führung und behauptete, dass der Trainer nicht die Autorität oder das nötige Konzept habe, um das Team aus der Krise zu führen. Er erinnerte an die vorherigen Erfolge unter Stefan Horngacher, dem Trainer bis 2019. Lozynski schlug einen Trainerwechsel vor, um frischen Wind ins Team zu bringen, während Alexander Stöckl, der aktuelle Sportdirektor, als möglicher Nachfolger gehandelt wurde. Doch Stöckl selbst erklärte, dass er nicht die Rolle des Cheftrainers übernehmen wolle und weiterhin hinter Thurnbichler stehe.
Die Situation um Thurnbichler und die Rückkehr von Kamil Stoch bleibt unter den Fans und Experten weiterhin ein heißes Thema. Während der polnische Verband möglicherweise versucht, Thurnbichler im Nachwuchsbereich zu behalten, ist unklar, ob dies tatsächlich umgesetzt wird. In der kommenden Saison wird es entscheidend sein, das Team neu auszurichten und die Weichen für erfolgreiche Wettkämpfe zu stellen.
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