Am 11. Februar wird der „Tag der Notrufnummer 112“ gefeiert, ein Datum, das seit 2009 offiziell anerkannt ist. Diese wichtige Notrufnummer wurde vor 35 Jahren eingeführt, um in Europa einheitliche Notrufnummern zu garantieren. In Österreich wird die Notrufnummer 112 von den ISO-zertifizierten Landesleitstellen (LLZ) der Polizei betreut. Im Jahr 2025 wurden in Kärnten 228.961 Notrufe registriert, die zu 93.314 Einsätzen führten. Viele dieser Anrufe sind jedoch nicht-polizeilicher Natur, was durch kuriose Fälle wie eine „grüne Bestie“, die letztlich eine Heuschrecke war, oder falsche Diebstahlsmeldungen von Streusalz verdeutlicht wird. Die Polizei weist erneut darauf hin, dass der Notruf in echten Notlagen ohne Zögern gewählt werden sollte. Neben der 112 ist auch die Nummer 133 für die Polizei in Österreich erreichbar und leitet Anrufer ebenfalls zu den Landesleitstellen weiter. Diese Informationen werden von Klick Kärnten bereitgestellt.
Ein wichtiger Bestandteil des Notrufsystems in Österreich ist das Einsatzleit- und Kommunikationssystem ELKOS. Dieses System wird seit dem Jahr 2020 in der LLZ Kärnten genutzt und zentralisiert die Notrufannahme, die zuvor auf 100 Bezirks- und Stadtleitstellen verteilt war. Das Projekt „Leitstelle neu“ wurde am 30. Juni 2021 erfolgreich abgeschlossen und verbessert seither die Kommunikation und Einsatzabwicklung. Techniker vom Bundesministerium für Inneres (BMI) und den Landespolizeidirektionen sorgen für den reibungslosen Betrieb rund um die Uhr. ELKOS ist in die Infrastruktur des BMI integriert und unterstützt die Landesleitstellen bei der schnellen Identifikation von Notfällen.
Ein komplexes Netzwerk zur Notfallbewältigung
Das ELKOS-System ist nicht nur eine Kommunikationsplattform, sondern ermöglicht auch die zentrale Anbindung aller neun Landesleitstellen in Österreich. Die technischen Anforderungen an ELKOS haben umfangreiche bauliche Maßnahmen in den Landesleitstellen erfordert. Technische Probleme werden von einem 45-köpfigen Team schnell identifiziert und behoben, um sicherzustellen, dass Reparaturen binnen kurzer Zeit erfolgen. Mobile Basisstationen stehen bereit, um schnell auf Störungen zu reagieren. Das System hat auch seine Wurzeln in den Erfahrungen aus dem Wiener Terroranschlag von November 2020, was zur Verbesserung der Stabilität beiträgt. Diese Informationen stammen aus dem Magazin des BMI.
Auf europäischer Ebene hat die Kommission seit 2007 Daten zur Implementierung der 112-Nummer gesammelt. Laut dem aktuellen Bericht, der im Rahmen des Europäischen Kodex für die elektronische Kommunikation vorgelegt wurde, ist der Anteil der Notrufe unter der 112-Nummer im Vergleich zu 2021 auf 62 % gestiegen. Besonders hervorzuheben sind die geschätzten 2,7 Millionen Notrufe von Roaming-Endnutzern, die 1,56 % aller Anrufe unter der 112 ausmachen. Die EU plant, bis September 2024 die Systeme zur Anmeldung von Anruferstandorten in 25 Mitgliedstaaten zu aktivieren, einschließlich Island und Norwegen. Diese Entwicklungen werden im Bericht des Digital Strategy hervorgehoben.
Die Herausforderungen sind jedoch nicht zu unterschätzen. Insbesondere Endnutzer mit Behinderungen haben noch nicht den gleichen Zugang zu Notdiensten, wie die allgemeine Bevölkerung, insbesondere beim Roaming. Die Situation könnte sich jedoch bessern, da Mitgliedstaaten ihre Systeme für Notrufservices optimieren. Die Entwicklung hin zu interoperablen Echtzeittextdiensten wird ebenfalls vorangetrieben, um die Barrierefreiheit zu erhöhen. Dies alles deutet darauf hin, dass die Notrufinfrastruktur in Europa in den kommenden Jahren vielseitiger und nutzerfreundlicher wird.