Bei einer Kontrolle am Wiener Hauptbahnhof kam es heute zu einer bedeutenden Festnahme. Ein gesuchter Serieneinbrecher wurde von den Beamten aufgegriffen. Der 30-jährige Mann war bereits von der Staatsanwaltschaft Wien wegen einer Vielzahl von Einbrüchen zur Fahndung ausgeschrieben. Zudem bestand ein internationaler Haftbefehl gegen ihn aufgrund weiterer Delikte. Überraschend war, dass der Festgenommene sich nicht ausweisen konnte und keine Dokumente mit sich führte. Bei der Nachfrage nach seiner Identität nannte er einen Namen und ein Geburtsdatum, jedoch ergab die Abfrage zu dieser Identität kein gültiges Ergebnis. Daraufhin wurde er zur nahegelegenen Polizeiinspektion gebracht, wo schnell festgestellt wurde, dass er zur Festnahme ausgeschrieben war, wie Kleine Zeitung berichtet.

Der festgenommene Mann ist nicht der einzige, der in den letzten Monaten in den Fokus der Wiener Polizei geraten ist. Im Juli 2025 wurde ein 28-jähriger Russe verhaftet, der verdächtigt wird, zwischen Jänner und Mai 40 Einbrüche in Lebensmittelgeschäften, Restaurants und Imbisslokalen in Wien begangen zu haben. Dieser Tatverdächtige soll verglaste Durchreiche oder Fenster gewaltsam geöffnet haben, um Zutritt zu den Lokalen zu erhalten. Um die Öffentlichkeit in dieser Angelegenheit zu mobilisieren, hat das Landeskriminalamt Wien ein Foto des mutmaßlichen Täters verbreitet und öffentlich gefahndet. Besonders bemerkenswert ist, dass der „Verein der Freunde der Wiener Polizei“ ein Kopfgeld von 500 Euro auf den Gesuchten ausgesetzt hat. Personen, die sachdienliche Hinweise zur Ergreifung des mutmaßlichen Serieneinbrechers geben können, werden gebeten, sich anonym beim Landeskriminalamt Wien zu melden, wie Heute berichtet.

Kriminalität in Wien

Die Vorfälle dieser Art werfen ein Licht auf die aktuelle Kriminalitätslage in Wien. Aktuellen Statistiken zufolge wurden im Jahr 2023 rund 528.000 Straftaten in Österreich angezeigt, der höchste Stand seit 2016. Über ein Drittel dieser Delikte, etwa 186.000, entfielen auf Wien, was die Stadt zu einem Brennpunkt der Kriminalität macht. Im Jahr 2023 gab es zudem etwa 85.400 öffentlich viel beachtete Delikte, was einen Rekordwert darstellt. Besonders besorgniserregend ist, dass statistisch gesehen etwa 43% der Tatverdächtigen und Verurteilten Ausländer waren. Dies führt zu einer allgemein verbreiteten Auffassung in der Bevölkerung, dass Zuwanderer die Kriminalitätsproblematik in Österreich verschärfen, eine Meinung, die 70% der Österreicher teilen, laut Statista.

Ein Blick auf die verschiedenen Arten der Kriminalität zeigt, dass die Drogenkriminalität einen leichten Anstieg erlebte, mit über 35.400 angezeigten Straftaten. In Wien waren rund 9.960 dieser Fälle zu verzeichnen. Häufigstes Suchtgift bleibt Cannabis, und interessanteweise befürworten 50% der Österreicher die Legalisierung. Auch Wirtschaftskriminalität und Cyberkriminalität haben in den letzten Jahren zugenommen. 2023 wurden etwa 103.000 Fälle von Wirtschaftskriminalität gemeldet, während cyberkriminelle Handlungen bei rund 65.900 Vergehen lagen, die eine Aufklärungsquote von 31,6% aufwiesen. Ebenso zeigt eine Umfrage, dass 77% der Österreicher Vertrauen in die Polizei haben, während 72% der Justiz durchaus positiv gegenüberstehen.