Am 15. Jänner 2026 empfängt Bundespräsident Alexander Van der Bellen den Schweizer Bundespräsidenten Guy Parmelin in der Hofburg in Wien. Parmelin, der auch als Wirtschafts- und Wissenschaftsminister fungiert, ist Mitglied der rechtskonservativen Schweizerischen Volkspartei (SVP) und Landwirt aus dem Kanton Waadt. Während seines Besuchs stehen auch Gespräche mit weiteren hochrangigen Vertretern der österreichischen Regierung auf dem Programm, darunter Bundeskanzler Christian Stocker und Bildungsminister Christoph Wiederkehr.
Ein zentrales Thema der Gespräche in Wien sind die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Österreich und der Schweiz. Parmelin kommt direkt von wichtigen Verhandlungen in Washington, D.C., wo er mit dem US-Handelsbeauftragten Jamieson Greer über Zollfragen diskutierte. SRF berichtet, dass der Zollsatz von zuvor 39 Prozent auf Schweizer Exporte auf 15 Prozent gesenkt werden konnte, was eine wesentliche Erleichterung für den Handel bedeutet.
Handelsverhandlungen im Fokus
Die Schweiz und die USA streben nach einer rechtlich verbindlichen Handelsvereinbarung, um die bilateralen Handelsbeziehungen zu stabilisieren und den Marktzugang zu verbessern. Zum Hintergrund dieser Verhandlungen sind die Handelsgespräche, bei denen Parmelin betonte, dass „fast alles geklärt“ sei, und die USA eine spürbare Zollsenkung auf Schweizer Produkte erwarten. Dies erfolgt in einem Kontext, in dem die Schweizer Käseexporte in die USA zwischen Jänner und September 2025 um 17 Prozent zurückgingen.
Ein hochrangiger US-Beamter bezeichnete die Verhandlungen als „sehr positiv“, und der amerikanische Präsident Trump hat signalisierte, dass weitere Zollsenkungen möglich seien, da die bestehenden Zölle die Schweiz „sehr hart getroffen“ hätten. News.admin.ch hebt hervor, dass am 14. November 2025 eine rechtlich unverbindliche Absichtserklärung zwischen den beiden Ländern unterzeichnet wurde, um die Zollbelastungen zu reduzieren.
Sicherheits- und Forschungsthemen
Ein weiterer wichtiger Aspekt der Gespräche zwischen Parmelin und Van der Bellen ist die Sicherheits- und Forschungspolitik. Beide Länder beteiligen sich an der Sky-Shield-Initiative zur Luftraumverteidigung, die von Deutschland initiiert wurde. Zudem steht die Schweiz im Jahr 2026 an der Spitze der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE). Außenminister Ignazio Cassis hat bereits die Prioritäten des Vorsitzlandes vorgestellt.
Zusätzlich kritisiert Parmelins SVP die Schweizer Beteiligung an westlichen Sanktionen gegen Russland und fordert eine Volksabstimmung zur Neutralität des Landes. Während die Diskussionen über die EU-Schweiz-Abkommen in der SVP ebenfalls umstritten sind, betonten beide Staaten ihre Verantwortung als UNO-Sitzstaaten und ihr Engagement auf der internationalen Bühne.
Der Besuch von Parmelin steht jedoch auch im Schatten einer tragischen Brandkatastrophe in Crans Montana, die 40 Menschen das Leben kostete. Dies mahnt zur Achtsamkeit in Bezug auf Sicherheit und Notfallmanagement, das ebenfalls Teil der Gespräche zwischen den beiden Staaten sein wird.