Die Betrugsermittler des Landeskriminalamts Niederösterreich haben die Masche der sogenannten „Schockanrufe“ erfolgreich aufgeklärt. Dabei handelt es sich um einen Betrugsfall, der mehr als 4,8 Millionen Euro Schaden angerichtet hat. Die Ermittlungen erfolgten in Zusammenarbeit mit der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) sowie ausländischen Polizeibehörden. Insgesamt wurden 23 Beschuldigte aus Polen, Tschechien, Deutschland, Slowakei, Serbien und Spanien identifiziert. Von diesen wurden 17 festgenommen, und die Ermittlungen führten zur Zerschlagung einer Keilerzelle in Wien sowie einer weiteren in Brno (Brünn). Die Tatorte erstreckten sich über praktisch alle Bundesländer Österreichs.

Die Schockanrufe, die es im Jahr 2025 in Österreich insgesamt 90 vollendete Taten und 329 versuchte Taten gab, richten sich vor allem gegen ältere Menschen. Diese werden durch die Betrüger oft mit erfundenen Notfällen von Angehörigen unter Druck gesetzt. Die Dunkelziffer der nicht angezeigten Fälle wird als wesentlich höher eingeschätzt. Wie t-online.de berichtet, wurden allein an drei Nachmittagen rund 1.000 Schockanrufe dokumentiert.

Internationale Zusammenarbeit bei der Bekämpfung

Deutsche und slowakische Ermittler haben erfolgreich eine Bande von Telefonbetrügern gestoppt, die insbesondere in Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein und Hamburg aktiv war. Acht Haftbefehle wurden in der Slowakei gegen Tatverdächtige erlassen, die zwischen 24 und 51 Jahren alt sind. Ein Appartement in Poprad, Slowakei, wurde als Zentrale der mutmaßlichen Täter identifiziert.

Bei einem Zugriff in dieser Wohnung fanden die Ermittler nicht nur acht Erwachsene und vier Kinder vor, sondern sicherten auch umfangreiches Beweismaterial, darunter zahlreiche SIM-Karten. Einige Verdächtige versuchten, Beweismittel zu vernichten, indem sie Laptops zerstörten und Handys aus dem Gebäude warfen. Dank der rechtzeitigen Warnungen konnten mehrere Geldübergaben verhindert werden.

Rückblick auf Betrugskriminalität in Deutschland

Ein Blick auf die Betrugskriminalität in Deutschland zeigt, dass diese im Jahr 2024 um 1,5 Prozent auf 743.472 Fälle zurückging. Dies stellt einen langfristigen Rückgang seit 2010 dar, wobei über 224.000 Fälle oder 23,2 Prozent weniger registriert wurden. Dennoch gab es zusätzlich 513.518 Betrugsfälle, die aus dem Ausland gemeldet wurden. Die Polizei hat erkannt, dass eine bessere internationale Zusammenarbeit und Präventionsmaßnahmen nötig sind, um Bürger vor solchen Betrugsmaschen zu schützen.

Die Hauptmethoden, die bei betrügerischen Anrufen verwendet werden, sind die „Enkeltrick“- und die „Schockanruf“-Masche. Täter geben sich oft als Angehörige oder Amtspersonen aus, um Geld oder Wertsachen zu erlangen. Damit Bürger besser gewappnet sind, empfiehlt die Polizei, Misstrauen bei schnellen Geldübergaben zu zeigen und im Zweifel selbstständig Kontakt zu Angehörigen oder der Polizei aufzunehmen. Informationen von bka.de unterstreichen die Wichtigkeit dieser präventiven Maßnahmen.