Am 17. Jänner 2026 ereigneten sich im Pongau, Salzburg, mehrere tragische Lawinenabgänge, bei denen insgesamt fünf Menschen ihr Leben verloren. Laut 5min alarmierten die Einsatzkräfte um 12:30 Uhr zum ersten Mal. Eine Skitourengeherin wurde an der Schmugglerscharte auf etwa 2.200 Metern Höhe von einem Schneebrett erfasst und verschüttet. Trotz sofortiger Wiederbelebungsversuche konnten die Rettungskräfte ihr nicht mehr helfen. Ihr Ehemann hatte den Vorfall gemeldet.

Um etwa 14:00 Uhr erfolgte die zweite Alarmierung, als eine Lawine im Bereich des Finsterkopfs (2.152 Meter) mehrere Tourengeher traf. Hier konnten vier Personen nur tot geborgen werden, während drei weitere, darunter eine Person mit schweren und eine weitere mit leichten Verletzungen, gerettet werden konnten. Ein Skifahrer blieb unverletzt. Für die Rettungsarbeiten waren rund 90 Bergretter, mehrere Rettungshubschrauber, Hundestaffeln, Kriseninterventionsteams des Roten Kreuzes sowie die Alpinpolizei im Einsatz, wie Allgäuer Zeitung berichtet.

Warnungen und Sicherheitslage

Am Tag der Vorfälle herrschte in den Pongauer Bergen eine mäßige Lawinengefahr (Gefahrenstufe 2 von 5). Laut Warnungen des Lawinenwarndienstes konnten durch geringe Zusatzbelastung im steilen Gelände kleine bis mittlere Schneebrettlawinen ausgelöst werden. Bezirksleiter Gerhard Kremser von der Bergrettung Hofgastein merkte an, dass trotz dieser klaren Warnungen zahlreiche Lawinenabgänge stattfanden, einige davon mit tödlichem Ausgang.

In den letzten Jahren haben Lawinenunfälle, insbesondere unter Freizeitsportlern, zugenommen. Die häufigsten Opfer sind Skitourengeher und Freerider, oft Männer zwischen 20 und 40 Jahren. Statistisch gesehen gibt es in Österreich jährlich etwa 25 bis 30 Lawinentote, abhängig von den Wetter- und Schneeverhältnissen, wie Anderswandern informiert. In den Alpen treten Lawinenunfälle zur Hauptsaison zwischen Dezember und März besonders häufig auf.

Schutzmaßnahmen und Präventionsarbeit

Um das Risiko von Lawinenunfällen zu minimieren, ist eine umfassende Vorbereitung unerlässlich. Lawinenausbildung, das Tragen geeigneter Sicherheitsausrüstung und das Studium von Lawinenbulletins sowie Wetterberichten sind entscheidend für Outdoor-Aktivitäten. Dennoch werden laut Studien bis zu 90 % der Lawinen im freien Gelände von Menschen selbst ausgelöst, häufig durch falsche Entscheidungen oder eine Unterschätzung der Gefahren.

Die tragischen Ereignisse im Pongau verdeutlichen erneut die Gefahren von Lawinen und die Notwendigkeit einer verantwortungsvollen und gut informierten Freizeitgestaltung in den Bergen. In Anbetracht der zahlreich ausgesprochenen Warnungen bleibt die Frage, inwieweit Freizeitnutzer ausreichend auf die Gefahren sensibilisiert sind.