Am späten Dienstagnachmittag kam es auf der A10 Tauernautobahn in Kärnten zu einem tragischen Verkehrsunfall, bei dem zwei Menschen ihr Leben verloren. Ein Geisterfahrer, der in einem deutschen PKW unterwegs war, kollidierte frontal mit einem Fahrzeug, das ein Kärntner Kennzeichen trug und von einer 25-jährigen Kärntnerin gesteuert wurde. Beide Fahrer erlitten bei dem Zusammenstoß tödliche Verletzungen. Laut 5min.at befanden sich keine weiteren Personen in den Fahrzeugen, und der Unfall ereignete sich in Fahrtrichtung Villach, kurz nach dem Knoten Spittal-Ost.

Die A10 musste aufgrund des schweren Unfalls zwischen Spittal-Ost und Paternion-Feistritz gesperrt werden. Fahrer wurden an der Abfahrt Spittal-Ost auf die B100 geleitet, während sich ein langer Stau bildete. Die voraussichtliche Aufhebung der Sperre war gegen 21.30 Uhr geplant. Der Unfall ist erneut ein trauriges Beispiel für die Gefahren von Geisterfahrten, welche in den letzten Jahren in Österreich regelrecht zur Herausforderung geworden sind.

Geisterfahrerstatistik in Österreich

Im Jahr 2024 wurden laut ORF insgesamt 400 Geisterfahrer im Ö3-Verkehrsservice gemeldet, was einen Rückgang um 10 % im Vergleich zum Vorjahr darstellt. Dennoch kam es bei den 11 registrierten Unfällen mit Geisterfahrern zu zwei Todesfällen, einer schweren und 23 leichten Verletzungen.

Die Steiermark führt die Statistik mit 88 Meldungen an, gefolgt von Niederösterreich und Kärnten mit 81 Meldungen. Der Großraum Villach gilt zudem als Geisterfahrer-Hotspot in Österreich, wo 65 Geisterfahrer registriert wurden, was 16 % aller Falschfahrer im Land entspricht. Die Hauptursachen für Geisterfahrten sind laut Experten häufig Alkohol- und Drogeneinfluss sowie Ablenkung und Überforderung der Fahrer.

Erneute Zunahme von Geisterfahrten

Die Geisterfahrerstatistik von ASFINAG zeigt, dass die Zahl der Falschfahrer im Jahr 2025 auf 425 Meldungen gestiegen ist, ein Anstieg um 6 % im Vergleich zu 2024. Dabei gab es 13 Unfälle, bei denen ebenfalls zwei Menschen starben. Besonders alarmierend sind die 93 Meldungen über Falschfahrer in Kärnten, vor allem im Großraum Klagenfurt bis Villach.

Die häufigsten Gründe für Geisterfahrten sind gravierendes Fehlverhalten der Fahrer, welches häufig mit Alkohol- oder Drogeneinfluss und Unachtsamkeit einhergeht. ASFINAG hat bereits Maßnahmen ergriffen, um die Sicherheit an kritischen Stellen wie dem Knoten Villach zu verbessern, wo die Zahl der Falschfahrer-Meldungen von 18 auf 15 gesenkt werden konnte. Die Analysen verdeutlichen, dass menschliches Fehlverhalten die Wirksamkeit der Sicherheitsmaßnahmen erheblich beeinträchtigt.

In Anbetracht der steigenden Zahlen von Geisterfahrten sollten Autofahrer wachsam sein und sich an Sicherheitstipps halten, wie das Reduzieren der Geschwindigkeit und das Einreihen auf den rechten Fahrstreifen, wenn ein Geisterfahrer gemeldet wird. Die tragischen Ereignisse auf der A10 mahnen zur Vorsicht und erinnern uns an die Verantwortung, die jeder Verkehrsteilnehmer trägt.