Am 9. Jänner 2026 betrifft ein winterliches Wettergeschehen weite Teile Europas. In Österreich sind die Straßenverhältnisse durch ergiebige Schneefälle erheblich beeinträchtigt. In vielen Regionen, vor allem im Westen und Osten, entspannte sich die Lage am Nachmittag, während die Schneefälle in den Süden der Republik zogen. Betroffen sind insbesondere die Steiermark und Kärnten, wo wichtige Verkehrsachsen wie die Obdacher Straße (B78) und die Friesacher Straße (B317) gesperrt beziehungsweise stark eingeschränkt sind. Lkw stecken am Perchauer Sattel fest und die Süd Autobahn (A2) in Kärnten kann nur mit Schneeketten vorsichtig befahren werden. Dies hat zu zahlreichen Kettenpflichten in den betroffenen Gebieten geführt. Verkehrsteilnehmer:innen wird geraten, sich vor der Fahrt über die aktuellen Straßenbedingungen zu informieren und Schneeketten mitzuführen. Laut dem ÖAMTC sind weitere Schneefälle am bevorstehenden Wochenende zu erwarten.

Parallel dazu sorgt das Sturmtief „Elli“ in Deutschland für erhebliches Verkehrschaos. Die Glättegefahr ist in vielen Teilen Deutschlands hoch, wobei in Norddeutschland sogar Unwetterwarnungen der Stufe 3 von 4 ausgesprochen wurden. Es wird mit zusätzlichen Schneefällen bis zum Abend gerechnet. In den Mittelgebirgen können bis zu 25 cm Neuschnee fallen. Die winterlichen Bedingungen führen auch hier zu schweren Verkehrsstörungen und Unfällen. Die Autobahnen A4 und A5 sind inzwischen wieder freigegeben, während die A7 nur einspurig befahrbar ist. Besonders problematisch sind festgefahrene Lastwagen, die den Verkehr zusätzlich behindern. Der Bahnverkehr in Norddeutschland ist aufgrund der Witterung komplett eingestellt, was zu landesweiten Verspätungen und Zugausfällen führt. Flugreisen sind ebenfalls betroffen: An vielen Flughäfen wie Hamburg und Berlin müssen Reiseende mit Einschränkungen rechnen. Wichtige Präventionsmaßnahmen für sicheres Fahren bei Glatteis werden von der ADAC empfohlen.

Verkehrsunfälle und Winterbedingungen

Die winterlichen Straßenverhältnisse erhöhen bekanntlich die Unfallgefahr. Eine Analyse des Umweltbundesamtes zeigt, dass in den Monaten Dezember, Jänner und Februar traditionell die Unfallzahlen aufgrund von Schnee- und Eisglätte steigen. Zwar ist die Gesamtheit der Unfälle in diesen Monaten seit 1991 auf dem niedrigsten Stand, doch die winterliche Witterung bleibt ein bedeutsamer Faktor für die Sicherheit im Straßenverkehr. Besonders in den Jahren 2010, 2020 und 2021 kam es zu einem Anstieg der Unfälle, während im Jahr 2013 auffällig viele Unfälle in den Sommermonaten registriert wurden, bedingt durch wettertechnische Extreme.

Die unberechenbaren winterlichen Bedingungen stellen somit nicht nur für den Individualverkehr, sondern auch für den Transport- und Logistiksektor eine ständige Herausforderung dar. Die notwendigen Anpassungen der Verkehrsinfrastruktur an steigende Klimarisiken sind als langfristige Aufgabe identifiziert worden, um die Sicherheit im Straßenverkehr nachhaltig zu erhöhen.